{"id":503,"date":"2018-02-08T13:16:24","date_gmt":"2018-02-08T12:16:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kyffhaeuser-kameradschaft-ritterhude.de\/?page_id=503"},"modified":"2018-02-08T13:16:24","modified_gmt":"2018-02-08T12:16:24","slug":"presseberichte-von-1895-bis-1914","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kyffhaeuser-kameradschaft-ritterhude.de\/?page_id=503","title":{"rendered":"Presseberichte von 1895 bis 1914"},"content":{"rendered":"<h2>Der Kriegerverein Ritterhude\u00a0 und Umgebung\u00a0im Spiegel der Presse\u00a0zur Kaiserzeit\u00a0zur Feier des 100j\u00e4hrigen Bestehens\u00a0der Kyffh\u00e4user Kameradschaft Ritterhude\u00a0am 23. M\u00e4rz 1996<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Staatsarchiv Stade, Rep. 91\u00a0 W\u00e4bekindt<\/p>\n<p>Einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Kyffh\u00e4user-Kameradschaft gab Friedrich W\u00e4bekindt &#8211; von 1895 bis 1914 Vorsitzender des Kriegervereins Ritterhude und Um\u00adgebung &#8211; anl\u00e4\u00dflich der Wiedergr\u00fcndung 1953. Der Bericht geh\u00f6rt zum Nachla\u00df des ehemaligen Ritterhuder Lehrers, dessen handschriftliche Aufzeichnungen 1961 nach seinem Tod\u00a0 dem Staatsarchiv Stade \u00fcbergeben wurden.<\/p>\n<p>&#8222;In unserem Orte wurde am 25. August 1895 ein Kameradschaftsverein gegr\u00fcndet, dem der oben bezeichnete Namen gegeben wurde. Schon fr\u00fcher hatte in Ritterhude ein &#8218;Kriegerverein&#8216; bestanden, von dem aber leider keine Niederschrift vorliegt. Er soll im Jahre 1872 gegr\u00fcndet sein und f\u00fchrte auch eine einfache Fahne, die noch vorhan\u00adden ist. Dieser Verein verfiel jedoch in einen tiefen Schlaf, aus dem er im Jahr 1895 aufgeweckt wurde.<\/p>\n<p>Der neugebildete Kriegerverein sollte nach seinen Satzungen &#8218;frei sein von allem Parteileben und Parteihader, fern jedem politischen Getriebe als eine Vereinigung von Kameraden, die nur das die Richtschnur ihres Lebens und Strebens sein lassen wollen, was sie dereinst im Fahneneide gelobt hatten: &#8211; Unverbr\u00fcchliche Treue dem Vaterland &#8211;\u00a0 bei der Pflege echter Kameradschaft.<\/p>\n<p>Am 8. August 1896 schlo\u00df sich der Verein dem &#8218;Deutschen Kriegerbund&#8216; an und ge\u00adh\u00f6rte dadurch zum &#8218;Kreiskriegerverband Osterholz&#8216;, zum &#8218;Hannoverschen Provinzial\u00adkriegerverband&#8216; und zum &#8218;Preu\u00dfischen Landeskriegerverband&#8216;.<\/p>\n<p>Am 17. Juni 1900 wurde unter den hohen B\u00e4umen des &#8218;Eichhofes&#8216; bei str\u00f6menden Regen die neue Fahre geweiht.<\/p>\n<p>Am 9. M\u00e4rz 1902 trat der Verein der &#8218;Haftpflichtversicherung&#8216; des Hannoverschen Provincialkriegerverbandes bei. Auch eine Krankenunterst\u00fctzungskasse innerhalb des Vereins wurde ins Leben gerufen und die Zahlung eines Sterbegeldes an die Hinter\u00adbliebenen in H\u00f6he von 30 M. wurde beschlossen.<\/p>\n<p>Durch eine hochherzige B\u00fccherspende des Oberpr\u00e4sidenten der Provinz Hannover wurde der Grund zu einer Vereinsbibliothek gelegt. Eifrig wurde im Verein f\u00fcr die Wai\u00adsen deutscher Krieger gesammelt und manche sch\u00f6ne Summe konnte abgef\u00fchrt wer\u00adden. Die vom Kriegerverein veranstalteten Festlichkeiten erfreuten sich bei Alt und Jung eines starken Besuches und noch heute wird von den \u00e4lteren Einwohnern davon gesprochen.<\/p>\n<p>Obwohl von einer sehr hohen Stelle versprochen war, da\u00df an eine Aufl\u00f6sung der Kameradschafts- und Kriegervereine nie gedacht wurde, mu\u00dfte auch der hiesige Krie\u00adgerverein, bevor er mal 50 Jahre alt geworden war, in dem sogenannten &#8218;tausendj\u00e4hrigen Reich&#8216; seine Fahne einrollen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zeitungsberichte \u00fcber den Kriegerverein Ritterhude und Umgebung<\/h2>\n<h4>16. Juli 1874 &#8211; Vegesacker Wochenschrift<\/h4>\n<p>In Ritterhude ist wie in mehreren benachbarten Orten ein Kriegerverein entstanden.<\/p>\n<h4>18. Juli 1874\u00a0 &#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Am Sonntag, den 19. d.M. findet die Einweihung der Fahne des Ritterhuder Krieger\u00advereins verbunden mit einem Tanzvergn\u00fcgen im Lindemann&#8217;schen Gasthause und Salon statt. Es werden die Kriegervereine von Scharmbeck und Lesum hierzu freund\u00adlichst eingeladen.\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ritterhude, 14. Juli 1874\u00a0\u00a0 Der Vorstand.<\/p>\n<h4>27. August 1874 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Ritterhude. In allen Theilen Deutschlands vereinigen sich Corporationen, Vereine und Gemeinden, den denkw\u00fcrdigen Tag von Sedan zu feiern, den Tag, der den stolzen franz\u00f6sischen C\u00e4sarismus darniederlegte und wohl mit Recht als Anfang freier deut\u00adscher Unabh\u00e4ngigkeit bezeichnet wird. Nur in dem Orte Ritterhude, der keineswegs als der kleinste in unserer Umgegend bezeichnet werden darf, hat sich bis jetzt keine be\u00adsondere Sympathie f\u00fcr diese hohe Sache gezeigt.<\/p>\n<p>Der hiesige Kriegerverein hat nun beschlossen, diesen denkw\u00fcrdigen Tag durch Fackelzug und Tanzvergn\u00fcgen auf eine w\u00fcrdige Weise zu feiern, und fordert derselbe die Einwohner von Ritterhude zu recht reger Theilnahme auf.<\/p>\n<p>Der Vorstand des Kriegerverein.<\/p>\n<h4>8. September 1874<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Erinnerungstag an die denkw\u00fcrdige Schlacht bei Sedan, durch welche der Napoleonischen Herrschaft ein Ende gemacht wurde, ist dieses Jahr wiederum an manchen Orten gefeiert worden und es hat sich bei dieser Gelegenheit vielfach ein le\u00adbendiger Patriotismus gezeigt. Auch unsere Ortschaft ist hier nicht zur\u00fcckgeblieben. Der Krieger- und Gesangverein vereinigte sich am Nachmittage dieses Tages zu einem Festzuge, welcher bei dem Klange der Musik die mit Flaggen, Girlanden und Eh\u00adrenpforten geschm\u00fcckten Stra\u00dfen durchzog. Am Abend bewegte sich ein Fackelzug, bestehend aus genannten Vereinen und der Schuljugend, von Oberbeck aus nach dem v.Gr\u00f6ning&#8217;schen Gute. Hier wurden nach dem Vortrages des Chorals &#8222;Nun danket alle Gott&#8220; und einiger Lieder verschiedene Hochs, z. B. auf den Kaiser ect. ausgebracht. Von hier begaben sich die Teilnehmer zu einem Tanzvergn\u00fcgen nach dem Linde\u00admann&#8217;schen Gasthause, woselbst sie in der heitersten Weise noch lange zusammen\u00adblieben. Besonderen Dank f\u00fcr das Arrangement dieses Festes schulden wir dem Krie\u00adgerverein, und k\u00f6nnen nicht umhin, diesem noch jungen, aber strebsamen Verein auch fernerhin ein gutes Gedeihen zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<h4>31. August 1875<\/h4>\n<p>Ritterhude. Auch in unserer Ortschaft werden jetzt Vorbereitungen zu der bevorstehen\u00adden Sedan-Feier getroffen. Haupts\u00e4chlich nehmen sich die hiesigen Vereine, der Krie\u00adger- und Gesangverein, der Sache an. Wie verlautet, wird am Donnerstag Morgens 10 Uhr die Einweihung der Friedenseiche stattfinden. Herr Kandidat Wooge aus Osterholz-Scharmbeck wird dann die Festrede halten. Zu w\u00fcnschen w\u00e4re \u00fcbrigens, da\u00df sich die \u00fcbrigen Ortseinwohner mehr als im vorhergehenden Jahre am Feste betheiligen wollten. Vieles k\u00f6nnen sie ja schon zur Festfreude beitragen durch Bekr\u00e4nzung und Illumination der H\u00e4user.<\/p>\n<h4>7. September 1875<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der 2. September wurde als Ged\u00e4chtnistag es Sieges der deutschen Waf\u00adfen bei Sedan auch hier festlich begangen. Der hiesige Kriegerverein hatte die Sache ins Werk gesetzt; am Tage vorher wurde eine Friedenseiche gepflanzt, deren Einwei\u00adhung bei dieser Gelegenheit stattfinden sollte. Morgens 10 Uhr versammelten sich die hiesigen Vereine sowie die Schuljugend bei der Eiche. Nach dem Vortrage des Chorals &#8222;Nun danket alle Gott&#8220; hielt Herr Kandidat Wooge die Festrede. Redner wies hin auf die gefahrvollen Tage, welche unsere Armeen durchzumachen gehabt haben, um solches Ziel zu erreichen und sagte, da\u00df es wohl unsere Pflicht sei, an dem Ged\u00e4chtni\u00dftage hieran unsere Herzen mit Dank zu Gott zu erheben, als dem allm\u00e4chtigen Lenker der Schlachten. Er erw\u00e4hnte auch ferner der Verdienste unseres Kriegs- und Landesherrn, des Kaisers und K\u00f6nigs von Preu\u00dfen, und brachte auf diesen am Schlusse seiner Rede ein dreimaliges Hoch aus, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten.<\/p>\n<p>Hierauf wurden von dem hiesigen Gesangverein einige patriotische Lieder vorgetragen und die Festteilnehmer trennten sich bis Nachmittags 2 Uhr, wo der eigentliche Festzug stattfinden sollte. Theil nahmen hieran nur die genannten Vereine und bewegte sich derselbe mit klingender Musik und fliegenden Fahnen von dem Hause des Wirtes Garfs aus durch die Stra\u00dfen des Ortes, die mit Ehrenpforten, Flaggen ect. festlich ge\u00adschm\u00fcckt waren. Abends wurde ein Fackelzug arrangiert der wiederum die Hauptstra\u00ad\u00dfe des Ortes bis zum Gr\u00f6ning&#8217;schen Gute passierte; an dieser fand man die meisten H\u00e4user illuminirt und sogar an einigen Stellen auf recht sinnreiche Weise. Hiernach war ein Ball im Lindemann&#8217;schen Hause der die Feiernden bis zum fr\u00fchen Morgen in der fr\u00f6hlichsten Stimmung zusammenhielt.<\/p>\n<p>Die Feier kann im allgemeinen als eine f\u00fcr die hiesigen Verh\u00e4ltnisse recht gelungene genannt werden und werden sich diejenigen welche sich auf die eine oder andere Wei\u00adse um dieselbe bem\u00fcht, sicher den Dank des Publikums erworben haben.<\/p>\n<h4>2. September 1876\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Der Kriegerverein \u00fcbernimmt die Sedansfeier mit Fackelzug und Tanz bei Lindemann. Gesangverein Concordia will sich nicht beteiligen.<\/p>\n<h4>8. M\u00e4rz 1877 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Kriegerverein f\u00fcr Ritterhude.\u00a0 11. d.M. Versammlung im Vereinslocal.<\/p>\n<h4>6. Juli 1877 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Kriegerverein Ritterhude. Sonntag, den 8. Juli Ausmarsch nach dem Stoteler Walde. Versammlung im Vereinslocale Mittags 12 Uhr. Abends findet Tanz-Kr\u00e4nzchen bei Herrn A. Lindemann statt.<\/p>\n<p>Der Vorstand.<\/p>\n<h4>13. Juli 1878 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins. Zweck: Wahl von zwei Vorstandsmitgliedern.<\/p>\n<h4>28. August 1878 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins. Tagesordnung: Wahl von zwei Vorsitzenden und Feier des Sedantages.<\/p>\n<h4>30. August 1878 \u00a0&#8211; Anzeige (notiert)<\/h4>\n<p>Programm des Krieger- und Gesangvereines zur Sedanfeier. Beginn der Versammlung nachmittags 5 Uhr im Vereinslocal des Gastwirts Garfs. 7 Uhr Fackelzug durch den Ort, anschlie\u00dfend Ball beim Gastwirt Lindemann.<\/p>\n<h4>27. Juli 1879 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins Ritterhude. Zweck: Wahl zweier Vorstands\u00admitglieder. S\u00e4mtliche Mitglieder werden hiermit geladen.<\/p>\n<h4>3. September 1879 \u00a0&#8211; Sedanfeier<\/h4>\n<p>Auch in unserem Orte ist der Tag des gro\u00dfen Nationalfestes durch einen Umzug der Vereine und der Schulkinder offiziell gefeiert worden. Der hiesige Gesangverein Con\u00adcordia hatte zum Schlu\u00df ein Kr\u00e4nzchen arrangiert, bei dem es sehr gem\u00fctlich herging.<\/p>\n<h4>28. Februar 1890 &#8211; \u00a0Anzeige\u00a0 (gek\u00fcrzt)<\/h4>\n<p>&#8230; Die Wahlen zum Deutschen Reichstage sind get\u00e4tigt, die schlimmsten Bef\u00fcrchtun\u00adgen \u00fcbertroffen: die geschworenen Feinde aller rechtlichen und staatlichen Ordnung, die Feinde von Kaiser und Reich, die Verachter jedes Gottesglauben, die Sozialdemo\u00adkraten, haben eine ungeheure Anzahl von Stimmen auf sich vereinigt.<\/p>\n<p>Auch in unserem Unterelbischen Bezirke steht, wie in vielen anderen Kreisen des Rei\u00adches, ein erbitterter Wahlkampf bevor, in dem die auf dem Boden unserer staatlichen Ordnung stehenden Mitb\u00fcrger ihre Kraft gegen die Umst\u00fcrzler zu zeigen haben.<\/p>\n<p>Sollte denn nun wirklich unserer engeren Heimat, sollte wirklich dem treuen Volke der Niedersachsen die Schande nicht erspart werden k\u00f6nnen, durch einen Sozialdemokra\u00adten in dem deutschen Reichstage vertreten zu sein, dessen Existenz auf den Schlachtfeldern Frankreichs begr\u00fcndet ist, auf denen auch unsere heimischen, hel\u00addenm\u00fctigen Regimenter unverwelkliche Lorbeeren errungen haben? Soll wirklich in Zukunft von der Trib\u00fcne des Reichstages herab ein Sozialdemokrat seine vaterlands\u00adlosen Gesinnungen als die unsrigen, als unser Vertreter verk\u00fcnden d\u00fcrfen? Habt Ihr geh\u00f6rt, wie noch j\u00fcngst die Sozialdemokratie die Herausgabe von Elsa\u00df-Lothringen an Frankreich als Forderung der Gerechtigkeit bezeichnet hat und die Franzosen hierf\u00fcr ihren Dank ausgesprochen haben?<\/p>\n<p>Kameraden, der Sieg der Vaterlandsfeinde \u00fcber uns ist unm\u00f6glich, wenn ein Jeder am Wahltage seine Pflicht tut!<\/p>\n<p>&#8230; Aber mit den Sozialdemokraten gibt es f\u00fcr uns keine Vers\u00f6hnung, kein auch noch so fl\u00fcchtiges Zusammengehen.<\/p>\n<p>Darum vergesse ein Jeder das, was ihn im Einzelnen von dem Kandidaten der vater\u00adl\u00e4ndischen Partei trennt, bedenke ein Jeder die Gefahr, welche uns alle gemeinsam bedroht: Wenn der Feind zum Angriff schreitet, schlie\u00dfen sich die Reihen der Kamera\u00adden fester zusammen, verstummt aller Streit.<\/p>\n<p>Darum auf Ihr Tausende von Kameraden in Stadt und Land, auf Marsch und Geest, und Ihr in den einsamen Mooren fern von der gro\u00dfen Heerstra\u00dfe der Welt, verla\u00dft am 1. M\u00e4rz, dem Tage der Entscheidungswahl, Euren Herd, holt die Tr\u00e4gen und S\u00e4umigen herbei, zeigt, da\u00df in Euch allen gleichm\u00e4\u00dfig das heilige Feuer der Liebe zu Eurem Vaterlande, zu Eurer Heimat und ihrer Ehre zu m\u00e4chtiger Flamme emporlodert, wenn es gilt, die h\u00f6chsten G\u00fcter im Kampfe zu verteidigen.<\/p>\n<p>Wie im Kampfe gegen den \u00e4u\u00dferen Erbfeind, so stehen wir auch in dem Wahlkampfe am 1. M\u00e4rz und immer gegen den gef\u00e4hrlicheren inneren Feind treu zusammen in dem Gef\u00fchle: MIT GOTT F\u00dcR KAISER UND REICH!<\/p>\n<p>Vorstand des Unterelbischen Bezirks des Deutschen Kriegerbundes (namentliche Unterschriften, nicht notiert).<\/p>\n<h4>26. Dezember 1893 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Ritterhude. Da wir Unterzeichneten durch Namensunterschrift uns hierdurch verpflich\u00adten, den Kriegerverein f\u00fcr Ritterhude wieder aufzurichten, so unterzeichnen wir durch eigenh\u00e4ndige Namensunterschrift unsern Beitritt.<\/p>\n<p>Die erste Versammlung ist am Sonntag, 31. Decbr. Nachm. 4 Uhr im Beisner&#8217;schen Gastlokale anberaumt.<\/p>\n<p>Namensunterschriften: E. Quinckardt &#8211; W. Rust &#8211; H.W. Fincke &#8211; C. Block &#8211; L. Harjes &#8211; H. Spiering &#8211; K. Graeve &#8211; F. Tietjen &#8211; H. Finke &#8211; Christoph Greif.<\/p>\n<h4>21. August 1895 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Aufruf. Alle Gedienten aus Ritterhude die sich f\u00fcr die Bildung eines Krieger-Vereins interessieren, werden hierdurch ersucht, sich am Sonntag, den 25. d.Mts. Nachmittags 3 1\/2 Uhr im Gasthof &#8222;Zur goldenen Traube&#8220; bei Herrn Joh. Br\u00fcnjes (Anm.: An der Unterm\u00fchle, bekannt als &#8222;Sch\u00fctzenhof&#8220;) zu einer Besprechung einfinden zu wollen. Zahlreiches Erscheinen ist sehr erw\u00fcnscht.<\/p>\n<h4>18. August 1895 &#8211; Ritterhude Cl. Holjes &#8211; Fr. Garfes &#8211; G. Evers &#8211; Fincke.<\/h4>\n<p>Ritterhude. Wie aus einem Inserate der heutigen Nummer zu ersehen ist, wird die Gr\u00fcndung eines Krieger-Vereins f\u00fcr Ritterhude geplant. Schon fr\u00fcher bestand eine sol\u00adche Vereinigung, die aber durch irgendwelche \u00e4u\u00dfere Einwirkungen ihrem Ende ent\u00adgegenging, bis schlie\u00dflich die Aufl\u00f6sung erfolgte. Es w\u00e4re zu w\u00fcnschen, da\u00df in diesen Tagen jubelnder Begeisterung, die durch unser ganzes Vaterland geht, dieser Aufruf unter den patriotisch gesinnten M\u00e4nnern freudigen Widerhall findet.<\/p>\n<p>(Anmerkung: Die Zeitung ist voll von Erinnerungen an den Krieg vor 25 Jahren, an die Schlacht bei Sedan.)<\/p>\n<h4>28. August 1895<\/h4>\n<p>Ritterhude. F\u00fcr letzten Sonntag war durch diese Zeitung eine Einladung an alle Ge\u00addienten in Ritterhude ergangen, sich zu einer Besprechung \u00fcber die Bildung eines Kriegervereins im Gasthause des Herrn Johann Br\u00fcnjes versammeln zu wollen. Ver\u00adh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig war nur ein geringer Prozentsatz aller ortseingesessenen Soldaten er\u00adschienen, was wohl verschiedenen Umst\u00e4nden zuzuschreiben ist. Einerseits fanden n\u00e4mlich am genannten Tage in der Umgegend und im Orte verschiedene gro\u00dfe Fest\u00adlichkeiten statt, die eine Anzahl von der Versammlung abgehalten hatten; andererseits sehen viele in unserer Gemeinde mit zweifelhaftem Gesichte und Achselzucken der Bildung eines solchen Vereins entgegen, weil man schon allerlei \u00fcble Erfahrungen damit gemacht hat; drittens gibt es auch viele, die vorl\u00e4ufig mit Stillschweigen der Sa\u00adche zusehen, und sp\u00e4ter, wenn alles im richtigen Geleise ist, dem Verein beitreten.<\/p>\n<p>Es sei nun, wie es wolle, ein Kriegerverein kann, wie die Anwesenden feststellten, sich hier sehr gut halten, da in Ritterhude genug bei der Fahne gedient haben. Es werden sich uns, so wurde w\u00e4hrend der Unterhaltung von der einen oder anderen Seite betont, es werden sich uns Schwierigkeiten in den Weg stellen, die zu \u00fcberwinden einen gan\u00adzen Mann erfordern; aber &#8222;Soldatenmuth siegt \u00dcberall&#8220;. Wir wollen fest und treu zu\u00adsammenstehen in Freud und Leid, wollen in wahrer Kameradschaft alle die G\u00fcter pfle\u00adgen und zu erhalten suchen, die uns unsere V\u00e4ter in blutigen K\u00e4mpfen errungen ha\u00adben. Frei von allem Parteileben und Parteihader, fern jedem politischen Getriebe soll auch dieser Kriegerverein dastehen als eine Vereinigung von Kameraden, die nur das die Richtschnur ihres Strebens sein lassen, was sie im Fahneneide gelobt haben: Un\u00adverbr\u00fcchliche Treue dem K\u00f6nige und dem Vaterland. So lange noch ein Tropfen roten Blutes in unseren Adern rollt, wollen auch wir sein St\u00fctzen des Thrones, Feinde feiger Knechtschaft, H\u00fcter des Rechts und der Gerechtigkeit. Wer aber wei\u00df, da\u00df seine inne\u00adre \u00dcberzeugung, sein politisches Bekenntnis, sich nicht mit den Satzungen des zu gr\u00fcndenden Vereins vereinbaren lassen, der bleibe unserer Vereinigung ja fern und zerst\u00f6re nicht mutwillig, was gutgesinnte Patrioten m\u00fchsam zusammengebracht haben. Unsere Devise sei: &#8222;Mit Gott f\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland!&#8220;<\/p>\n<p>Weil nun kein bestimmter Beschlu\u00df gefa\u00dft werden konnte, wurde abgemacht, in diesen Tagen einen Bogen unter den Gedienten circuliren zu lassen, der zum Beitritt einladet. Daraufhin soll bei der Beh\u00f6rde angefragt werden, ob evtl. die Genehmigung zu dieser Vereinigung erteilt wird, was hoffentlich geschieht.<\/p>\n<h4>9. September 1895 \u00a0&#8211; Aufruf.<\/h4>\n<p>Die Mannschaften aus Ritterhude werden hierdurch ersucht, sich am Sonntag, 8. d.M. bei dem Gastwirt Johann Br\u00fcnjes zu einer zweiten Versammlung zwecks Bildung eines Kriegervereins einzufinden. &#8230;. Die Einberufer.<\/p>\n<h4>11. September 1895<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die zweite Versammlung zur Bildung des Kriegervereins war gut besucht. Er\u00f6ffnet wurde dieselbe im Namen der Einberufer von Herrn W\u00e4bekindt mit einer An\u00adsprache, die sich zuspitzte in den Hochruf auf Se. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Auf der Tagesordnung stand: 1. Beratung der Statuten, 2. Vorstandswahl und 3. Ver\u00adschiedenes. Die 2. und 3. Punkte wurden wegen der vorger\u00fcckten Zeit und weil an die Veteranen von Herrn Claus Wellbrock ein Ehrensold von 10 M. ausbezahlt werden sollte, bis zur n\u00e4chsten Versammlung vertagt.<\/p>\n<h4>13. September 1895 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Danksagung der Veteranen an Claus Wellbrock sen., sie werden ihm stets ein gutes Andenken bewahren.<\/p>\n<h4>20. September 1895 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Kriegerverein l\u00e4dt ein zur Vorstandswahl am 22. d.M.<\/p>\n<h4>25. September 1895\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Ritterhude. Bericht \u00fcber die 3. Versammlung des Kriegervereins. Zum Vorstand ge\u00adw\u00e4hlt wurde als Vorsitzender Friedrich W\u00e4bekindt, Schriftf\u00fchrer G. Wellbrock und Kassenwart J. D. Plump.<\/p>\n<p>&#8222;Somit steht der Verein (abgesehen von einigen \u00c4u\u00dferlichkeiten) fertig da, und man sieht nun der Hauptsache, der beh\u00f6rdlichen Genehmigung, entgegen&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Es folgt ein nochmaliger Aufruf an alle Gedienten, sich dem Verein anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h4>8. Mai 1896\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Ritterhude.\u00a0 Beh\u00f6rdliche Genehmigung der Satzung des &#8222;Kriegervereins f\u00fcr Ritterhude und Umgebung&#8220;.<\/p>\n<h4>13. Mai 1896<\/h4>\n<p>Ritterhude. Am letzten Sonntag, als dem Erinnerungstag des vor 25 Jahren erfolgten Friedensschlusses, hielt der neugegr\u00fcndete und nunmehr best\u00e4tigte &#8222;Kriegerverein f\u00fcr Ritterhude und Umgebung&#8220; im Joh. Br\u00fcnjes&#8217;schen Gasthause seine erste Versamm\u00adlung ab. Der zeitige Vorsitzende er\u00f6ffnete dieselbe mit einer kurzen Ansprache, in der er etwa ausf\u00fchrte, da\u00df \u00fcberall in unserem Vaterlande die letzten Monate der Erinne\u00adrung galten an jene gro\u00dfe Zeit, da das deutsche Schwert den m\u00e4chtigsten Feind von Deutschlands Einheit und Selbst\u00e4ndigkeit niederschlug. Einen Abschlu\u00df findet diese ganze Festeszeit mit dem heutigen Tage, da vor 25 Jahren nach Monate langem, hei\u00ad\u00dfen Ringen der Frieden zu Frankfurt a.M. geschlossen wurde. Ein Sieges-, Friedens- und Dankesfest wahrhaft feiern hei\u00dft nicht, sich im Ruhmesglanze der Waffen und Siege spiegeln und etwa gar hochm\u00fctig zu Gericht sitzen \u00fcber den geschlagenen Feind, sondern dann ist unsere Festfeier die rechte, wenn wir aus der Versenkung in die Vergangenheit Lehren, Grunds\u00e4tze und Entschl\u00fcsse mitnehmen, vorallem, f\u00fcr un\u00adser sittliches Leben.<\/p>\n<p>Es ist ein bedeutungsvolles und sch\u00f6nes Zusammentreffen, da\u00df wir gerade an diesem Tage uns hier zusammengefunden haben, um nach beh\u00f6rdlicher Genehmigung unse\u00adrer Satzungen die erste g\u00fcltige Versammlung abhalten zu k\u00f6nnen. &#8230; Sind es doch gemeinsam genossene Freuden, gemeinsam getragene Beschwerden, gemeinsam bestandene Gefahren, die f\u00fcrs Leben Menschen an Menschen am festesten binden. Und diesem Zuge nur folgen wir. Dem ehemaligen Heeres- und Kampfgenossen sein Interesse bewahren, sich freuen an seinem Gl\u00fcck, teilnehmen an seinem Schmerz, ihn lenken und leiten, wo&#8217;s not tut, st\u00fctzen und unterst\u00fctzen, wo es erforderlich und m\u00f6g\u00adlich ist, kurz, mit warmem Herzen f\u00fcr ihn f\u00fchlen und mit fester Hand f\u00fcr ihn handeln bis zum letzten Gru\u00df \u00fcbers offene Grab, &#8211; das ist die Kameradschaft, die wir erstreben. Was aber hat uns dereinst vereint, als wir Kameraden wurden? Es war der Ruf der Pflicht, die an uns allesamt erging, uns zu r\u00fcsten zur Wahrung eines der h\u00f6chsten irdi\u00adschen G\u00fcter, des Friedens. Dieser Pflicht folgend haben wir miteinander des Soldaten\u00adlebens Lust und Leid gef\u00fchlt, dieser Pflicht folgend zogen die \u00c4lteren von uns hinaus dem Feinde entgegen. Lie\u00dfen Tausende von ihnen ihr Leben und schlummern nun drau\u00dfen in fremder Erde &#8230;<\/p>\n<p>Mu\u00df nicht in uns das Wort wiederklingen, da\u00df in den Herzen der V\u00e4ter so m\u00e4chtig er\u00adbrauste: &#8222;Das Reich, errungen mit dem Schwert, im Frieden haltets hoch und wert!&#8220; Wir J\u00fcngeren sind dazu berufen, das, was die V\u00e4ter erk\u00e4mpften, zu bewahren, berufen vielleicht noch Gr\u00f6\u00dferes zu leisten, noch schwerere Opfer zu bringen als jene. Das Va\u00adterland erwartet, da\u00df jeder von uns seine Pflicht tue, dieser ber\u00fchmte Flottenbefehl des englischen Seehelden Nelson auf uns und unser Vaterland \u00fcbertragen, das ist die Mahnung des heutigen Tages, das ist das Testament unserer vor 25 Jahren f\u00fcr das Vaterland in den Tod gegangenen Helden und Br\u00fcder an uns alle. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majest\u00e4t den Kaiser schlo\u00df die Ansprache.<\/p>\n<p>Nachdem alsdann die genehmigten Satzungen vorgelesen waren, traten die Kamera\u00adden zusammen und gelobten durch Handschlag und Unterschrift, die Satzungen in allen Punkten zu halten und besonders im Sinne des \u00a7 1 wirken zu wollen, welcher Liebe und Treue zu K\u00f6nig und Vaterland vorschreibt.<\/p>\n<p>Damit war der Verein konstituiert und es konnte der folgende Punkt der Tagesordnung erledigt werden, die Vorstandswahl. Der bisherige Vorstand hatte die Gesch\u00e4fte nur provisorisch \u00fcbernommen, um in der ersten Versammlung nach der Genehmigung der Statuten seine \u00c4mter in die H\u00e4nde des definitiv gew\u00e4hlten Vorstandes zu legen. Der alte Vorstand blieb nach vorgenommener Wahl in seinem Amt und wurden nur die Stellvertreter hinzugew\u00e4hlt, so da\u00df sich der ganze Vorstand zusammensetzt aus den Kameraden:<\/p>\n<p>Fr. W\u00e4bekindt, Vorsitzender; G. Evers, Stellvertreter; G. Wellbrock, Schriftf\u00fchrer; Joh. L\u00fcerssen, Stellvertreter; J. D. Plump, Kassierer; Fr. Garfes, Stellvertreter; M. Steiln, Inventarverwalter.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich des Druckes der Satzungen wurde dem Schriftf\u00fchrer aufgegeben, sich Offer\u00adten machen zu lassen, um dieselben der n\u00e4chsten Versammlung vorzulegen. Als Ver\u00adeinslocal wurde in geheimer Abstimmung das Gasthaus des Kameraden G. Wellbrock gew\u00e4hlt. Von den zur Ansicht eingeforderten Vereinsabzeichen wurde ein einfaches mit einer Sicherheitsnadel versehenes ausgew\u00e4hlt, \u00e4hnlich dem Abzeichen des Scharm\u00adbecker Kriegervereins. Die Beschaffung der im Vereine notwendigen Listen, Stempel ect. bleibt dem, Vorstande \u00fcberlassen. Somit war die reichhaltige Tagesordnung erle\u00addigt und die Versammlung wurde mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland geschlossen. Unerw\u00e4hnt soll nicht bleiben, da\u00df in dem nun folgenden ungezwungenen Teile der Versammlung bei einem Glase Bier auch des soeben gegr\u00fcndeten Krieger\u00advereins gedacht und in einem Hoch sein Wachsen, Bl\u00fchen und Gedeihen gew\u00fcnscht und allseitig beif\u00e4llig aufgenommen wurde.<\/p>\n<h4>1. September 1896 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Sedansfeier im Gasthof Wellbrock mit Concert, Ball und Kinderfest.<\/p>\n<h4>6. Januar 1897<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag seine diesj\u00e4hrige erste Generalver\u00adsammlung ab, die sehr gut besucht war. (Neuaufnahmen von Mitgliedern, Jahresbe\u00adricht mit Angaben Beteiligung bei ausw\u00e4rtigen und \u00f6rtlichen Veranstaltungen, Kassen\u00adbericht, Wiederwahl des Vorstandes).Der letzte Punkt der Tagesordnung enthielt &#8222;Verschiedenes&#8220;. Bei M\u00e4rschen, so wurde beschlossen, \u00fcbernimmt Kamerad Wellbrock das Kommando. Um etwaigen Unzutr\u00e4glichkeiten vorzubeugen, soll bei Aufnahme neuer Mitglieder nicht das Abstimmungsmaterial dem ganzen Verein, soweit er anwesend ist, vorgez\u00e4hlt werden, sondern es wird dem Vorstand das Vertrauen geschenkt es alleine zu \u00fcberz\u00e4hlen und das Resultat durch den Vorsitzenden mitteilen zu lassen. Die Marmel werden also von dem Vorsitzer, dem Schriftf\u00fchrer und dem Kassierer gez\u00e4hlt.<\/p>\n<h4>28. Januar 1897<\/h4>\n<p>(Ausf\u00fchrlicher Bericht des Kriegervereins \u00fcber Kaisers Geburtstagsfeier. Im Programm die Darstellung &#8222;Soldatenleben im Frieden&#8220;, 7 lebende Bilder dargestellt von Mitgliedern des Vereins, einigen Damen und Kindern.)<\/p>\n<h4>21. M\u00e4rz 1897<\/h4>\n<p>Ritterhude.\u00a0 Die Feier des 100. Geburtstages Sr. Majest\u00e4t weil. Kaiser Wilhelm I. wird auch in unserm Orte in angemessener Weise gefeiert werden. Das Programm f\u00fcr die Feier ist von den ma\u00dfgebenden K\u00f6rperschaften in folgender Weise festgesetzt:<\/p>\n<p>Am Sonntag gemeinsamer Kirchgang des Kriegervereins; Abends Commers mit Damen im Vereinslocale desselben, zu dem alle herzlich willkommen sind.<\/p>\n<p>Montag: Morgens Festakte in den Schulen; Abends Fackelzug s\u00e4mtlicher Sch\u00fcler unter Begleitung ihrer Lehrer. Es w\u00e4re erw\u00fcnscht, da\u00df die Einwohner nicht nur w\u00e4hrend der Festtage ihre H\u00e4user durch Ausstecken der Fahnen ect. schm\u00fccken, sondern da\u00df sie auch am 22. M\u00e4rz w\u00e4hrend des Fackelzuges illuminirten! &#8211; An demselben Abend ist auch ein Festessen im Gasthof Stadt Bremen (Anm.: heute Hotel zur Post), zu dem auch die Gemeindeverwaltung ihr Erscheinen zugesagt hat.<\/p>\n<p>Am Dienstag machen die hiesigen Schulen einen Ausflug nach Osterholz.<\/p>\n<h4>25. M\u00e4rz 1897\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Bericht \u00fcber den Verlauf der Feier. Er\u00f6ffnungsrede durch den Vorsitzenden des Krie\u00adgervereins Lehrer W\u00e4bekindt, Festredner Herr Lehrer Kohnert. Hoch auf das Vaterland durch Pastor Degener, Hoch auf das Heer durch Georg Evers. Eine Sammlung f\u00fcr Kriegerwaisen ergab 16 Mark.<\/p>\n<h4>28. September 1897<\/h4>\n<p>(Sehr ausf\u00fchrlicher Bericht \u00fcber eine Versammlung des Kriegervereins. Kassenange\u00adlegenheiten, B\u00fccherei, Berichte \u00fcber Sedanfeier und andere Feiern).<\/p>\n<h4>3. Oktober 1897 \u00a0&#8211; Die Organisation der Kriegervereine<\/h4>\n<p>Durch die Errichtung von Arbeitsnachweisstellen, die von den Milit\u00e4rbeh\u00f6rden neuer\u00addings in Verbindung mit den Kriegervereinen gegr\u00fcndet worden sind, werden voraus\u00adsichtlich auch weitere Kreise der Bev\u00f6lkerung mit diesen Vereinen in Ber\u00fchrung kommen &#8230;(Es folgen Angaben \u00fcber die verschiedenen Landes-Kriegerverb\u00e4nde. Diverse Anzeigen von Kriegervereinen aus der Umgebung verweisen auf die &#8222;Arbeitsnachweisstellen f\u00fcr Reservisten&#8220;. \u00dcber Ritterhude nichts gefunden.)<\/p>\n<h4>7. Dezember 1897\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Wieder ein ausf\u00fchrlicher Versammlungsbericht. F\u00fcr die Fahne wurden anonym von einem Kameraden 100 Mark gestiftet. Die Anschaffung derselben soll bis zum Sommer 1899 verschoben werden.<\/p>\n<p>(Anm.: Protokollartige ausf\u00fchrliche Berichterstattung nicht nur f\u00fcr den Ritterhuder Verein. Derartige Berichte sind weitgehend die einzigen Lokalberichte in der Tageszeitung.)<\/p>\n<h4>5. Januar 1898\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins. Als Mitglied neu eingef\u00fchrt Herr Major a.D. von Marschalck.<\/p>\n<h4>15. Januar 1898<\/h4>\n<p>Ritterhude. Das Geburtstagsfest Sr. Majest\u00e4t des Kaisers wird im hiesigen Kriegerver\u00adein am Sonntag, den 30. Januar durch Darstellung lebender Bilder, Auff\u00fchrungen und Ball gefeiert werden. N\u00e4heres wird demn\u00e4chst durch Inserate in dieser Zeitung bekanntgegeben werden. &#8211; Herr Major a.D. von Marschalck-Karlsruhe, Mitglied des hiesigen Kriegervereins, schenkte diesem die sch\u00f6ne Summe von 200 M., wovon 100 M. zur Beschaffung einer Fahne zu verwenden sind. Bravo!<\/p>\n<h4>16. M\u00e4rz 1898\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins. Neuaufnahme von 10 Kameraden beantragt, 4 konnten nicht aufgenommen werden, da die Milit\u00e4rpapiere nicht zur Pr\u00fcfung vorgelegt wurden. Aufgenommen wurden Bernh. Garbade I., Christ. Bischoff, Ludw. Harjes, Joh. Blanke, E. Block, Bernh. Garbade II.<\/p>\n<h4>12. Mai 1898<\/h4>\n<p>Am letzten Sonntag fand im Vereinslocale die 2. diesj\u00e4hrige Generalversammlung des Kriegervereins statt, zu der sich reichlich die H\u00e4lfte der Mitglieder eingefunden hatte. Nach der Er\u00f6ffnung und der Verlesung der Niederschrift wurden eingef\u00fchrt in den Ver\u00adein die Kameraden: Bernh. Garbade jun., Ludw. Harjes, Joh. Blanke, Bernh. Garbade II. Zwei Einzuf\u00fchrende fehlten. Aufgenommen wurden die Kameraden: Karl Plump, Herm. Harms, Wilh. Torsch, Herm. Lankenau, Herm. Meyer; vorgeschlagen zur Auf\u00adnahme wurde 1 Mann.<\/p>\n<p>Kamerad D. Evers erstattete sodann Bericht \u00fcber den Unterhaltungsabend. Der Vorsit\u00adzende ersuchte, sich an dem Bezirks-Kriegerfeste in Blumenthal am Himmelfahrtstage recht zahlreich zu beteiligen. In diesen Tagen wird eine Liste circuliren, dessen schleunige Ausf\u00fcllung erbeten wird, da dieselbe m\u00f6glichst schnell dem festgebenden Verein \u00fcbersandt werden m\u00fcsse. Zu dem Kriegerfeste des Bremer Landes-Kriegerver\u00adbandes am 5. Juni in Gr\u00f6pelingen wird vom Vereine eine Sektion abgeordnet. Ebenso wird f\u00fcr den gleichen Tag in Loxstedt bei der Fahnenweihe eine Abordnung unsern Verein vertreten. Nach Erledigung mehrerer Vereinsangelegenheiten wurde die Sitzung mit einem Kaiserhoch geschlossen.<\/p>\n<h4>11. Dezember 1898<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die heute Nachmittag abgehaltene Versammlung des Kriegervereins war sehr zahlreich besucht; reichlich 3\/4 aller Kameraden war anwesend. Nach der Er\u00f6ff\u00adnung durch den Vorsitzenden mit einem Kaiserhoch, der Verlesung der Niederschrift, der Hebung der Beitr\u00e4ge, erstattete der Obmann des Festausschusses den noch aus\u00adstehenden Bericht \u00fcber die Sedanfeier.<\/p>\n<p>Sodann wurden eingef\u00fchrt in den Verein: Hermann Meyer, Bernh. Christ. Rotermund. Der Geburtstag Sr. Majest\u00e4t des Kaisers, so wurde alsdann beschlossen, soll am Sonntag den 28. Januar n\u00e4chsten Jahres in \u00fcblicher Weise gefeiert werden. Der An\u00adfang ist auf p\u00fcnktlich 7 1\/2 Uhr festgesetzt. Die Musik wird von 10 Mitgliedern der Krie\u00adgercapelle ausgef\u00fchrt. In den Festausschu\u00df wurden gew\u00e4hlt die Kameraden: Friedr. L\u00fcerssen, Friedr. Garfes, Joh. Gondelach, Mart. Steiln, Otto Kohnert. Eintrittskarten zu der Kaisers-Geburtstagsfeier sind im Vorverkauf zu haben bei den Kameraden Mart. Steiln, Georg Wellbrock, Joh. Gondelach und Joh. Br\u00fcnjes f\u00fcr Herren a 1 M., Damen 30 Pf., Nichtt\u00e4nzer 50 Pf., w\u00e4hrend die Herrenkarten an der Kasse 1,25 M. kosten. Es ist dahin zu streben, die Kasse zu entlasten und die Karten m\u00f6glichst im Vorverkauf unterzubringen.<\/p>\n<p>Nunmehr wurden die Rollen verteilt und die Mitwirkung bei Stellung der lebenden Bilder bestimmt, so da\u00df schon jetzt der Anfang zum \u00dcben gemacht werden kann. Nur so ist Ersprie\u00dfliches zu erhoffen, und so wird sich die Feier ihren Vorg\u00e4ngern ebenb\u00fcrtig zeigen k\u00f6nnen. Ein weiterer Beschlu\u00df ging dahin, im Fr\u00fchjahre den Recitator Fritz D\u00f6ll-Flensburg einzuladen, um nach Schlu\u00df des gesch\u00e4ftlichen Teiles in Anwesenheit der G\u00e4ste und Freunde des Vereins aus seinen Kriegserlebnissen zu erz\u00e4hlen. Das N\u00e4here dar\u00fcber soll in der Generalversammlung im Januar besprochen werden.<\/p>\n<p>In der Angelegenheit betr. Fahnenbeschaffung soll nach heute ausgew\u00e4hlten Skizzen eine Zeichnung m\u00f6glichst bald angefertigt werden und diese nebst einem Gesuche an das Ministerium eingereicht werden zur Genehmigung, so da\u00df hoffentlich im n\u00e4chsten Jahre der Verein in der Lage ist, ein \u00e4u\u00dferes Zeichen der Zusammengeh\u00f6rigkeit besit\u00adzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kamerad J. D. Plump hat der Bibliothek ein Buch &#8222;Zeitz, Kriegserinnerungen&#8220; geschenkt, wof\u00fcr ihm der Dank des Vereins durch Erheben von den Sitzen zu Teil wird. Kamerad Bibliothekar Kohnert liest sodann am Schlusse der Sitzung aus diesem sch\u00f6nen Buche ernste und heitere Stellen vor, um die Lesefreudigkeit der Kameraden zu erh\u00f6hen. F\u00fcr die Waisen deutscher Krieger wurden 7,30 M. gesammelt.<\/p>\n<h4>22. Januar 1899<\/h4>\n<p>Die Generalversammlung des Kriegervereins findet am Sonntag 15.1. um 7 1\/2 Uhr Abends statt, da die Lokalit\u00e4ten des Vereinswirthes am Nachmittag durch ausw\u00e4rtige Vereine, die ihre Kohlfahrt nach hier machen, benutzt werden. Schon seit mehreren Sonntagen kommen Bremer Vereine und Gesellschaften hierher und noch f\u00fcr mehrere Sonntage liegen Anmeldungen vor.<\/p>\n<p>(Bericht \u00fcber die Versammlung: Zahl der Mitglieder am 1.1.1898\u00a0 48, am 1.1.1899\u00a0 62. Feste werden wie \u00fcblich geplant. Teilnahme an verschiedenen Fahnenweihen und an der Jubelfeier vom Gesangverein &#8222;Concordia&#8220;.)<\/p>\n<h4>5. September 1899<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hatte zur Vorfeier des Sedantages die Kinder der hiesi\u00adgen sechs Schulklassen am Freitag Abend in den Beisner&#8217;schen Saal geladen, um ihnen Nebelbilder zu zeigen. Fast s\u00e4mtliche Sch\u00fcler und mit ihnen ihre gr\u00f6\u00dferen und kleineren Geschwister waren herbeigekommen, so da\u00df der ger\u00e4umige Saal die Menge kaum zu fassen vermochte. Es wurden den Kindern Bilder aus dem Leben Jesu, Kriegsbilder von 1870\/71, sonstige Bilder aus dem Leben und neben einigen humori\u00adstischen Szenen mehrere Farbenspiele gezeigt. Die leicht empfindlichen Gem\u00fcter der Kleinen wurden beim Anblick der ernsten und komischen Bilder aufs Angenehmste ber\u00fchrt, was die allgemeinen Rufe des Staunens und der Freude bekundeten. Die Veranstaltung bot des N\u00fctzlichen, Angenehmen und R\u00fchrenden vieles. Die Herren W\u00e4bekindt und Kohnert, die sich in uneigen\u00fctziger Weise in den Dienst der guten Sache gestellt hatten, werden des Dankes der Kleinen gewi\u00df sein.<\/p>\n<h4>9. September 1899\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Die Versammlung des Kriegervereins wurde durch den Kam. Georg Evers mit einem Kaiserhoch er\u00f6ffnet. Genehmigung zur F\u00fchrung einer Fahne ist eingegangen und wur\u00adde verlesen.<\/p>\n<h4>17. Januar 1900<\/h4>\n<p>Generalversammlung. Am 1.1.1899\u00a0 62 Mitglieder, jetzt 65 Mitglieder.<\/p>\n<h4>3. Juni 1900 \u00a0&#8211; Anzeige<\/h4>\n<p>Fahnenweihe des Kriegervereins Ritterhude und Umgegend am Sonntag, den 17.Juni. Programm:\u00a0 1 &#8211; 3 Uhr: Empfang der G\u00e4ste.\u00a0 3 Uhr: Abmarsch zum Festplatze Garba\u00addes Geh\u00f6lz, daselbst Feldgottesdienst und Weiheakt.\u00a0\u00a0 4 1\/2 Uhr: Festzug.\u00a0\u00a0 5 Uhr: Festspiel: &#8222;Deutsche Treue&#8220;.\u00a0\u00a0 6 Uhr Konzert der Leher Matrosen Artillerie-Kapelle.<\/p>\n<p>7 Uhr: Festball in den S\u00e4len bei Wellbrock und Beisner.<\/p>\n<p>Eintrittspreise. Herrenkarte f\u00fcr das ganze Fest\u00a0 1,50 M.; Damenkarte 0,50 M. Herren\u00adkarte f\u00fcr den Festplatz (auch Nichtt\u00e4nzer) 0,50 M.; Damenkarte 0,30 M.\u00a0 Tanzband f\u00fcr Herren 1,25 M.<\/p>\n<p>Es ladet freundlichst ein\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Festleitung.<\/p>\n<p>Ritterhude. Langsam r\u00fcckt der Tag n\u00e4her, an dem unser Kriegerverein das sch\u00f6ne Fest seiner Fahnenweihe feiern kann. Die Vorbereitungen, die seit l\u00e4ngerer Zeit in Angriff genommen sind, spitzen sich immer mehr und mehr zu, so da\u00df bereits die Einzelaussch\u00fcsse ihrer \u00c4mter walten. Der Festtag wird folgenden Verlauf nehmen.<\/p>\n<p>Von 1 &#8211; 3 Uhr Empfang der geladenen Vereine und der Ehreng\u00e4ste, danach Abmarsch zum Garbade&#8217;schen Geh\u00f6lze, woselbst die Weihe vorgenommen werden soll. Hier findet zun\u00e4chst ein Feldgottesdienst statt, gehalten von Herrn Pastor Degener hierselbst. Nach der dann folgenden Begr\u00fc\u00dfung der G\u00e4ste durch den Festvorsit-zenden, den Ortsvorsteher ect. wird Herr Kamerad Justizrat Dr. Mallet-Osterholz den Weiheakt vollziehen und die Ehrendamen entrollen das neue Panier. Der weitere Verlauf der Weihe ist der bei Kriegervereinen \u00fcbliche, so da\u00df eine weitere Er\u00f6rterung an dieser Stelle unn\u00f6tig erscheint. Es wird sich nun der Festzug durch den Ort in Bewegung setzen, der sich schlie\u00dflich im Sommergarten des Vereinswirtes aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>Daselbst findet bei g\u00fcnstigem Wetter die Auff\u00fchrung des Festspieles &#8222;Deutsche Treue&#8220; statt, w\u00e4hrend bei ung\u00fcnstiger Witterung die Zuflucht in einen der Fests\u00e4le genommen werden mu\u00df. An das Festspiel schlie\u00dft sich ein Konzert der Leher Matrosen-Artillerie-Kapelle unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Waldow an. Abends ist in den Fests\u00e4len der Herren Wellbrock und Beisner Ball. Bei Eintritt der Dunkelheit werden beide G\u00e4rten illuminirt. Zu dem Feste haben mehrere Budenbesitzer ihr Kommen zugesagt, so da\u00df ein markt\u00e4hnliches Getriebe wahrscheinlich sein wird. U.a. ist ein Karussell, eine Schaukel, Schie\u00df- und Spielbuden angemeldet, Kuchen und S\u00fcdfr\u00fcchte werden dem Publikum angeboten und dem Kr\u00e4ftigen ist Gelegenheit gegeben, seine Kraft mit einem Schlaghammer zu zeigen. Ist nur das Wetter gut, so wird die Beteiligung, auch von ausw\u00e4rts, an diesem Feste, einem Volksfeste, sehr rege sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Sonntag, 17. Juni 1900<\/h4>\n<p>Fahnenweihe des Kriegervereins Ritterhude und Umgebung<\/p>\n<p>Fast alle Vereine unseres Ortes haben in dem letzten Jahrzehnt gr\u00f6\u00dfere Feste began\u00adgen und viele ausw\u00e4rtige Vereine und Korporationen zur Mitfeier gebeten. S\u00e4mtliche Feste waren zur Zufriedenheit aller Teilnehmer arrangiert und verliefen auch dement\u00adsprechend, so das S\u00e4ngerfest des Unterweser-S\u00e4ngerbundes (&#8222;Concordia&#8220;), Jubelfeier (derselbe Verein), Fahnenweihe (&#8222;Harmonia&#8220;), Fahnenweihe (Turnverein &#8222;Frisch auf&#8220;), Bezirksturnfest (derselbe) ect. In diesem Jahre nun war der &#8222;Kriegerverein Ritterhude und Umgegend&#8220; in der Lage, nach reichlich vierj\u00e4hrigem Bestehen das Fest seiner Fahnenweihe zu feiern. Da\u00df es die Kameraden von Nah und Fern sich nicht nehmen lie\u00dfen, an diesem letzten Feste eines Vereins des Unterweserbezirks des deutschen Kriegerbundes (der sich bekanntlich am 1. Juli in Kreiskriegerverb\u00e4nde gliedert) teilzu\u00adnehmen, ist wohl zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker freilich w\u00e4re der Zuzug gewesen, h\u00e4tten nicht am gleichen Tage in Hemelingen der letzte Abgeordnetentag des vorgenannten Bezirks und in der n\u00e4heren und weiteren Umgebung unseres Festortes andere Festlichkeiten, wie Sch\u00fctzenjubel\u00adfest, Bundess\u00e4ngerfest, Turnerfahnenweihe ect. stattgefunden. Die Mitglieder der Festleitung hatten ihr M\u00f6glichstes getan, um die Feier gut vorzubereiten und zu einem guten Gelingen zu bringen. Wie weit ihnen letzteres gelang, dar\u00fcber h\u00f6rte man nur eine Stimme des Lobes; alle Teilnehmer waren voll befriedigt von dem, was geboten wurde.<\/p>\n<p>&#8222;In Ritterhude ist&#8217;s wohl arm&#8220; &#8211; nach einem alten Worte &#8211; &#8222;aber warm&#8220;. Ja, mollig f\u00fchlten sie sich gar bald, die alten lieben Kameraden, die zu Fu\u00df, zu Wagen, per Rad, Motorboot und mit der Bahn herbeigekommen waren. Nach herzlicher Begr\u00fc\u00dfung durch die Mitglieder des Empfangsausschusses an den Empfangsstellen fand das erste Wiedersehen seit dem gro\u00dfen und sch\u00f6nen Kriegerfeste in Vegesack (am Himmelfahrtstage) in den Festlokalen bei Wellbrock und Beisner statt. Nach etwa 1\/2st\u00fcndigem Austausche einiger Freundschaftsworte rief das Signal &#8222;Das Ganze &#8211; sammeln!&#8220; zum Dienste heraus. Recht bald war die Aufstellung beendet und, nachdem die Fahnentr\u00e4ger unter den Kl\u00e4ngen des Pr\u00e4sentiermarsches eingetreten waren, ging es mit flotter Marschmusik zum Weiheplatze, dem Geh\u00f6lze des Gutsbesitzers B. Garbade.<\/p>\n<p>Hatte es schon vorher mit Regen gedroht, so setzte er nunmehr in ganzer F\u00fclle ein. und w\u00e4hrend es in Str\u00f6men go\u00df, betrat der Ortsgeistliche, Herr Pastor Degener, die mit frischem Gr\u00fcn geschm\u00fcckte Kanzel, um nach dem gemeinsamen Gesange des Lutherliedes &#8222;Ein&#8216; feste Burg ist unser Gott&#8220; eine Feldpredigt \u00fcber Epheser 6, 11 &#8222;Ziehet an den Harnisch Gottes&#8220; zu halten. Nach Gebet und Segen endete der Feldgot\u00adtesdienst mit dem Liederverse &#8222;Nun danket alle Gott&#8220;.<\/p>\n<p>Auf der Trib\u00fcne hatten sich die Fahnentr\u00e4ger, Ehrendamen, Ehreng\u00e4ste, Redner ect. zum Weiheakte aufgestellt. Kamerad Kohnert sprach mit weithin schallender Stimme einen Prolog in gebundener Rede, worauf der Festvorsitzende, Kamerad J. F. Schilling, die werten G\u00e4ste herzlich bewillkommnete und ein kr\u00e4ftiges dreifaches Hurrah auf Se. Majest\u00e4t den Kaiser und K\u00f6nig ausbrachte, dem der Gesang der Nationalhymne folgte.<\/p>\n<p>Herr Gemeindevorsteher A. Lindemann entbot den fremden G\u00e4sten im Namen der Gemeinde seinen besten Gru\u00df. Dann ergriff der Vorsitzende des Kreiskriegerverban\u00addes, Kamerad Justizrat Dr. Mallet- Osterholz, das Wort zu einer kernigen Weiherede, ankn\u00fcpfend an den Spruch &#8222;Mit Gott f\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland&#8220;. Die H\u00fclle fiel und die Fahne, ein Meisterwerk der Stickerei aus der Fabrik Franz Reinecke-Hannover, zeigte sich in ihrer Pracht. Die eine Seite der seidenen gestickten Fahne tr\u00e4gt die Deutsche Nationalfarbe. Inmitten des Feldes zeigt sich der preu\u00dfische Adler mit der Krone, um\u00adgeben von einem Lorbeerkranze. Oben und unten stehen in geschmackvoller Stellung die Worte &#8222;Kriegerverein Ritterhude und Umgegend, gegr\u00fcndet 1896&#8220;. Die Ecken der Seiten werden durch allerlei Ornamente geziert. Die andere Seite, in Creme ausgef\u00fchrt, hat die Devise &#8222;Mit Gott f\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland&#8220;. Die Hauptfigur ist die Germania mit Krone und Sockel. Letzterer wird nach den Seiten abgegrenzt durch Waffen, Fahnen, Tornister ect. im Eichenkranze. In den Ecken steht der Wahlspruch des festgebenden Vereins &#8222;In Not geduldig, im Gl\u00fcck g\u00fctig, frisch vorw\u00e4rts in Gefahr!&#8220;<\/p>\n<p>Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, dem das Lied &#8222;Deutschland, Deutschland \u00fcber alles&#8220; folgte, endete der Redner seine gehaltvolle Ansprache. Nachdem der Weih\u00adredner die Fahne an den Vorsitzenden des Vereins, Kamerad W\u00e4bekindt, \u00fcbergeben hatte, \u00fcbertrug dieser sie dem auserkorenen Fahnentr\u00e4ger in dem Bewu\u00dftsein, das Wahrzeichen der Treue, das Symbol der Einigkeit und Kameradschaft keinem Unw\u00fcr\u00addigen anvertraut zu haben. Mit einem kr\u00e4ftigen Handschlag und dem Gel\u00f6bnis, das ihm anvertraute Pfand zu schirmen und zu wahren &#8222;furchtlos, beharrlich und treu&#8220; \u00fcbernahm Kamerad Evers das Panier. Nun stimmte der M\u00e4nnergesangverein &#8222;Concordia&#8220; unter Leitung seines Dirigenten Herrn Kronberg ein markiges Fahnenlied an, das von einem Mitgliede des Kriegervereins f\u00fcr den besonderen Zweck passend umgedichtet war. Die Ehrendamen (zw\u00f6lf an der Zahl) und die in dem Festspiele mit\u00adwirkenden Damen lie\u00dfen nun durch Fr\u00e4ulein Sophie Thielbahr dem Verein ein kostba\u00adres, pr\u00e4chtig gearbeitetes Fahnenband zur Erinnerung an diesen sch\u00f6nen Tag \u00fcberrei\u00adchen. Als \u00e4u\u00dferes Zeichen der Zuneigung zum festgebenden Vereine hatte es sich der Kreisverband, mehrere Vereine ect. nicht nehmen lassen, Geschenke in Gestalt von Fahnenn\u00e4geln mit entsprechenden Widmungsworten zu spenden.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende, Kamerad W\u00e4bekindt, dankte allen, die bei dem sch\u00f6nen unverge\u00dfli\u00adchen Akte der Fahnenweihe Zeugen gewesen waren, dankte auch denen, die als Geschenkgeber gekommen seien und gab namens des Vereins das Versprechen, die Mahnung, die ihnen durch \u00dcberreichung der sinnigen Symbole zugerufen sei, nicht ungeh\u00f6rt verhallen zu lassen; verbunden wollen wir im Weiteren und im Engeren. Nicht nur der Fahne sollen die herrlichen Gaben ein sch\u00f6ner Schmuck, sondern auch dem Vereine ein st\u00e4ndiger Sporn sein, fortzuwandeln die Pfade der Ehre, der Treue und der Kameradschaft. Zur Erinnerung an die sch\u00f6nen Stunden wurden allen Fahnen von den Ehrendamen Fahnenb\u00e4nder als Angebinde angeheftet.<\/p>\n<p>Ein Hoch auf die Kameradschaft, dem der Gesang der 1. Strophe des von Kameraden Kunoth gedichteten Bundesliedes folgte, schlo\u00df die sch\u00f6ne Feier, die leider an Wirkung einb\u00fc\u00dfte, da die guten Worte der Redner nur den Vorstehenden zu Ohren kamen, f\u00fcr das Gros ging alles in dem Ger\u00e4usch des auf die aufgespannten Schirme, die zudem alle Aussicht benahmen, niederprasselnden Regens unter.<\/p>\n<p>Nun ordnete sich der Festzug, der sich unter Vorantritt der Leher Matrosen-Artillerie-Kapelle durch den mit Fahnen und Ehrenpforten, Enblemen ect. \u00fcberreich festlich geschm\u00fcckten Ort bewegte. Die Ordnung des Festmarsches war:<\/p>\n<p>3 Vorreiter im schwarzen Anzug und hohen Hut\u00a0 &#8211;\u00a0 Musikkapelle\u00a0 &#8211;\u00a0 Veteranen des Vereins\u00a0 &#8211;\u00a0 Mitglieder des Vorstandes\u00a0 &#8211;\u00a0 Ehrendamen auf Wagen\u00a0 &#8211;\u00a0 Wagen mit den Ehreng\u00e4sten\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Lesum\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Scharmbeckstotel\u00a0 &#8211;\u00a0 Krieger\u00adverein Schwachhausen\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Vegesack\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein St. J\u00fcrgen\u00a0 &#8211;\u00a0 Krie\u00adgerverein Lehe\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Stotel\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Aumund\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Blu\u00admenthal\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Walle\u00a0 &#8211;\u00a0 Gesangverein Harmonie\u00a0 &#8211;\u00a0 Festwagen mit der Germania, Schwert und Schild haltend und von den Kriegern der Land- und Seewehr umstanden\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Osterholz\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Hambergen\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Vollersode\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Horn\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Worpswede\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Fal\u00adkenberg\u00a0 &#8211; Kriegerverein Burg\u00a0 &#8211;\u00a0 Kriegerverein Scharmbeck\u00a0 &#8211;\u00a0 Krieger- und Wehrver\u00adein Gr\u00f6pelingen\u00a0 &#8211;\u00a0 Turnverein &#8222;Frisch auf&#8220;\u00a0 &#8211;\u00a0 Gesangverein &#8222;Concordia&#8220;.<\/p>\n<p>Nach Beendigung des Zuges fand in Wellbrocks Saal Konzert der Marinekapelle statt, w\u00e4hrend in Beisners Saal das Festspiel von Lilienkron &#8222;Deutsche Treue&#8220; zur Auff\u00fch\u00adrung gelangte. Das St\u00fcck versetzt uns in die Zeit Friedrichs des Gro\u00dfen. Es wird darin dargestellt, wie ein im Biwak kampierender K\u00fcrassier (Kamerad W\u00e4bekindt) durch den Gesang eines ihm und seinem Lieb wohlbekannten Liedes von Heimweh fortgerissen wird und er infolgedessen desertiert und zu seinem Heimatdorfe eilt. Er wird von einer Patrouille ergriffen und dem Regimente \u00fcberliefert, wo er f\u00fcr sein Vergehen kriegs\u00adrechtlich zum Tode durch die Kugel verurteilt wird, obwohl Leutnant von Bork (Kamerad Meyer) ein gutes Wort f\u00fcr ihn einlegt. Des K\u00fcrassiers Lieb (Fr\u00e4ulein Schil\u00adling) sucht den Spruch zu mildern oder ganz aufzuheben und bringt es soweit, da\u00df Rittmeister von Krokow (Kamerad D\u00f6ring) dem Deserteur den Wunsch bewilligt, an der morgigen Schlacht gegen die Russen teilnehmen zu d\u00fcrfen. In diesem hei\u00dfen Gefechte holt der Brave die schon in Feindeshand befindliche Standarte heraus, bringt sie zum Regimente und meldet sich gleichzeitig, die \u00fcber ihn verh\u00e4ngte Strafe \u00fcber sich ergehen zu lassen. Nun meldet sich aber fast in demselben Augenblicke die Braut des Tapferen, um f\u00fcr ihn jede Strafe zu leiden, da der K\u00f6nig solcher braven Soldaten bedarf. Da\u00df General Seidlitz (Kamerad Gerdes) ob solcher Treue Gnade f\u00fcr Recht walten l\u00e4\u00dft und auf der Stelle aus den beiden treuen Herzen ein Paar macht, ist ein guter Schlu\u00df des St\u00fcckes. Ein anderes Paar wird frisch gebacken aus dem Unteroffizier Berndt (Kamerad Kohnert), dem der Deserteur zur Bewachung \u00fcbergeben war, und der Schwester (Fr\u00e4ulein A. K\u00f6hn) des Letzteren. Eine dankenswerte Rolle spielt in dem ganzen St\u00fcck der gespr\u00e4chige Wirt Peter Casper (Kamerad Harms), der es beileibe nicht vertragen kann, da\u00df in der N\u00e4he seines Hauses &#8222;geschossen und gebummert&#8220; wird und der auf die beiden &#8222;niedlichen und appetitlichen M\u00e4dchen&#8220; ein Auge geworfen hat, die ihm nun so &#8222;weggeschnappt&#8220; werden. Die Darstellenden entledigten sich ihrer Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit und ernteten nach Schlu\u00df des St\u00fcckes lebhaften Beifall.<\/p>\n<p>Nun entwickelte sich in und bei den Festlokalen trotz des mehr oder minder anhalten\u00adden Regens eine ganz animierte Stimmung. Ein Freund hatte einen anderen gefunden, den er vorher zu treffen noch nicht Gelegenheit hatte und beim Glase guten Gersten\u00adsaftes wurde das frohe Wiedersehen gefeiert. Die holde Weiblichkeit gesellte sich unter die feiernden Krieger und sonstigen Patrioten und hielt als echte deutsche Frauen und Jungfrauen mit allen wackern Stand. Das sch\u00f6ne Konzert der Leher Matrosen-Artillerie-Kapelle unter Leitung ihres Dirigenten, des Herrn Waldow, trug nicht zum geringen Teile zur Erh\u00f6hung dieser Stimmung bei. F\u00fcr den leiblichen Menschen sorgten die beiden Wirte in zuvorkommender Weise, da\u00df auch in dieser Beziehung keine Klagen laut werden konnten. In der N\u00e4he der Festlokale hatten schon rechtzeitig die Budenbesitzer ihre Gesch\u00e4fte ge\u00f6ffnet und boten ihre Waren den Kauflustigen feil. Die Besitzer des Karussells und der verschiedenen Buden werden mit der Einnahme zufrieden sein.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter vereinigte sich Alt und Jung zum Festballe in den beiden S\u00e4len. Wie lange dabei ausgehalten wurde, dar\u00fcber schweigt des Berichterstatters H\u00f6flichkeit. Doch gem\u00fctlich ging es her, urgem\u00fctlich, &#8222;just as wenn Jan frie&#8217;n will un hett keen Brut&#8220;, das kann ausdr\u00fccklich hervorgehoben werden, wenn man etwa zur Gem\u00fctlichkeit rechnet, im Tanze mal einem kleinen oder gr\u00f6\u00dferen Puffer ausgesetzt zu sein. Doch so etwas mu\u00df man bei solcher Gelegenheit mit in Kauf nehmen. Recht ernst mit dem Tanz nahmen es die \u00e4lteren Herren; unverdrossen schienen sie dem Nachwuchse zeigen zu wollen, da\u00df sie doch noch etwas mehr Ausdauer h\u00e4tten als die jungen Leute, die es sich auch sauer werden lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zieht der festgebende Verein die Bilanz seines Festes und legt Gewicht auf den sch\u00f6nen Verlauf desselben, so kann er ruhig schreiben: bis auf den programmwidrigen Regen in allen Teilen wohl gelungen, das sch\u00f6nste Fest, was wir bisher gefeiert haben.<\/p>\n<h4>27. Juni 1900<\/h4>\n<p>Ritterhude. Am Sonntag veranstaltete der Kriegerverein eine Nachfeier seiner Fahnen\u00adweihe zum Zwecke der Nagelung der dem Vereine an seinem Ehrentage vom Bezirks\u00advorstande in Bremerhaven, der Fahnenfabrik Fr. Reinecke-Hannover, Herrn Ritterguts\u00adbesitzer G. v. Gr\u00f6ning hier, den Kriegervereinen St. J\u00fcrgen, Osterholz, Horn und Vollersode geschenkten Fahnenn\u00e4gel. Gleichzeitig wollte der Verein durch Wiederholung des Festspiels &#8222;Deutsche Treue&#8220; den hiesigen Einwohnern seinen schwachen Dank ausdr\u00fccken f\u00fcr die pr\u00e4chtige Ausschm\u00fcckung des Festortes und die freundliche Aufnahme der lieben ausw\u00e4rtigen G\u00e4ste am Weihetage.<\/p>\n<p>Der Einladung war eine so stattliche Anzahl von Freunden und G\u00f6nnern des Vereins gefolgt, da\u00df der Saal \u00fcberf\u00fcllt war. Nach einer Begr\u00fc\u00dfung und dem Kaiserhoch deklamierte Kamerad H. Meyer &#8222;De Krieg breckt los&#8220; aus &#8222;Chrischan Pampel&#8220;. Und Kamerad Kohnert rezitierte das Meerheimb&#8217;sche Psychodrama &#8222;Der Sergeant von Alsen&#8220;. Namentlich die letzte Dichtung machte auf die Anwesenden einen so nachhaltigen Eindruck, da\u00df einer der Herren Veteranen aus Bremen (die zuf\u00e4llig eine Fu\u00dftour nach hier gemacht hatten und vom Vorstande zur Teilnahme an der Nachfeier eingeladen wurden) einige Episoden aus der damaligen Zeit zum Besten gab, die um so mehr an\u00adsprachen, als der Kamerad &#8222;selbst dabei gewesen&#8220; war.<\/p>\n<p>Nachdem gemeinschaftlich das Lied &#8222;Wir hei\u00dfen Deutsche&#8220; gesungen war, wurde die Nagelung der Fahne vorgenommen. Der Fahnentr\u00e4ger und die Begleiter hielten die Fahne, in deren Schaft vom Vorstande unter den Ausspr\u00fcchen kr\u00e4ftiger Wahlspr\u00fcche die N\u00e4gel eingeschlagen wurden. Sodann folgte die Auff\u00fchrung des Festspieles, das auch diesmal den Beifall aller errang, so da\u00df die Darsteller sich wiederholt zeigen mu\u00dften. Es folgte der Gesang des Liedes &#8222;Wo Mut und Kraft&#8220;, und der offizielle Akt hatte sein Ende erreicht. Der in Kriegervereinen bekannte Herr Kamerad Fritz M\u00fcller-Bremen dankte beim Abschiede allen herzlich f\u00fcr den Genu\u00df, brachte ein kr\u00e4ftiges Hepp, hepp, hurrah auf das Wachsen, Bl\u00fchen und Gedeihen des Vereins und ver\u00adsprach im Namen seiner Kameraden, die n\u00e4chste Einladung der Ritterhuder zu befol\u00adgen, da es ihnen allen wohl gefallen habe.<\/p>\n<p>Pr\u00e4chtig nahm es sich nun aus, als die Schauspielertruppe in ihren Kost\u00fcmen und die Ehrendamen des letzten Sonntages zum ersten Walzer, dem sogenannten Ehrentanz antraten. Recht bald waren Tische und St\u00fchle zur Seite ger\u00e4umt, und viele Paare setz\u00adten sich in die drehende Bewegung. Noch recht oft wiederholten sich diese Bewegun\u00adgen, es wurde sp\u00e4t, immer sp\u00e4ter und wieder fr\u00fch und obwohl das Programm scherz\u00adweise die Worte &#8222;Nach Hause geh&#8217;n wir nicht&#8220; enthielt, r\u00fcstete man sich langsam zum Heimgange, da es bereits zu tagen begann. Die sch\u00f6ne Nachfeier zur Fahnenweihe war beendet, an die jedenfalls noch oft zur\u00fcckgedacht wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>16. Januar 1901\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Generalversammlung des Kriegervereins. Mitgliederzahl 1900\u00a0 65,\u00a0 Neuzug\u00e4nge 6, jetzt 71 Mitglieder.<\/p>\n<h4>23. Januar 1901<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die Feier des Gedenktages der preu\u00dfischen K\u00f6nigskr\u00f6nung verbunden mit der des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t wurde am Sonntag Abend vom Kriegerverein im Wellbrock&#8217;schen Saale begangen. Viele patriotisch gesinnte Einwohner hatten sich dazu eingefunden, so da\u00df der Saal voll besetzt war. Mit vielem Beifall wurden die einzelnen Nummern des Programms, besonders die Auff\u00fchrungen der beiden Einakter, aufgenommen. Ein urgem\u00fctlicher Ball hielt die Festteilnehmer in gehobener Stimmung lange beisammen. Kein Mi\u00dfton st\u00f6rte die sch\u00f6ne Feier.<\/p>\n<p>Auch in diesem Jahre wird bei dem Gastwirte August Kastens ein Essen zur Feier des Geburtstages des Kaisers stattfinden und zwar am Sonnabend, den 26. d.Mts. Eine Liste mit der Aufforderung zur Teilnahme ist bereits in Umlauf gesetzt.<\/p>\n<h4>15. Januar 1902\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Jahreshauptversammlung des Kriegervereins. 1. Vorsitzender Friedrich W\u00e4bekindt, Stellvertreter Georg Evers.<\/p>\n<h4>19. Januar 1902 (notiert)<\/h4>\n<p>Festessen zur Feier des Geburtstages seiner Majest\u00e4t des Kaisers am 25.1. bei Beis\u00adner. Ball zur Geburtstagsfeier am 26.1.<\/p>\n<h4>16. Oktober 1902\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Jacob Cohen als neuer Kamerad eingef\u00fchrt.<\/p>\n<h4>29. Januar 1903 \u00a0Anzeige<\/h4>\n<p>Geburtstagsfeier Sr. Majest\u00e4t des Kaisers bei Wellbrock. Der Vorstand des Krieger\u00advereins l\u00e4dt dazu ein.<\/p>\n<h4>13. Januar 1904\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Versammlung des Kriegervereins. Kamerad Vorsitzer hielt den Jahresbericht. Durch\u00adschnittlich 39% der Mitglieder besuchten die Veranstaltungen. Vorstand bleibt beste\u00adhen. 1. Vorsitzender ist Friedrich W\u00e4bekindt, f\u00fcr den Kameraden Wellbrock wird als Schriftf\u00fchrer Kamerad H. Schr\u00f6der gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h4>13. Januar 1904 &#8211;\u00a0Bremer B\u00fcrger-Zeitung<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der hiesige Kriegerverein &#8222;erfocht&#8220; im verflossenen Gesch\u00e4ftsjahr &#8211; nicht etwa einen glorreichen Sieg \u00fcber die Sozialdemokraten &#8211; bewahre, nur 20,90 Mk. Der &#8222;Fecht&#8220;unterricht in der &#8222;Fecht&#8220;schule mu\u00df doch wohl sehr mangelhaft sein, wenn nicht mehr &#8222;erfochten&#8220; werden konnte. Traurige Fechtbr\u00fcder!<\/p>\n<h4>16. M\u00e4rz 1904<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag in seinem Vereinslokale, dem H. Schr\u00f6der&#8217;schen (vormals G. Wellbrock) Gasthause, seine M\u00e4rzversammlung ab. Der Vorsitzende er\u00f6ffnete sie mit einem Hoch auf den Kaiser, den Protektor des Preu\u00dfi\u00adschen Landeskriegerverbandes, der den Kriegervereinen einen neuen Gnadenbeweis gegeben hat durch die Ernennung des Kronprinzen zum Ehrenvorsitzer des genannten Verbandes. Zu Ehren des zur gro\u00dfen Armee abberufenen Generalfeldmarschalls Graf Waldersee erhoben sich die Kameraden von ihren Sitzen.<\/p>\n<p>Eingef\u00fchrt in den Verein wurde das neue Mitglied Karl Gustav Rehbein. Die in der Januarversammlung vorgelegte Jahresrechnung war inzwischen revidiert und in guter Ordnung befunden, so da\u00df dem Kassierer J. D. Plump der Dank des Vereins in \u00fcbli\u00adcher Weise ausgedr\u00fcckt und er entlastet werden konnte. Der Obmann des Festaus\u00adschusses, Kamerad Schwarze, berichtete sodann \u00fcber den Verlauf der Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t im Verein und stellte das finanzielle Ergebnis fest.<\/p>\n<p>Auf Antrag des Vorstandes wurde aus der Mitte der Versammlung ein Ehrenrat, beste\u00adhend aus den Kameraden Cl. Bischoff, Chr. Bischoff, J. F. Schilling, J. H. Meyer, Seb. Mahlstedt, Herm. Lankenau, G. Rehbein I. gew\u00e4hlt. Nach Erledigung des Punktes Ver\u00adschiedenes konnte die Versammlung mit einem Hoch auf das Vaterland geschlossen werden. Nun wurde nach den Liederb\u00fcchern gegriffen, die l\u00e4ngere Zeit der Ruhe gepflegt hatten, und manches sch\u00f6ne Lied stieg empor.<\/p>\n<h4>12. Mai 1904\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Versammlung. Der Vorsitzende gab einen R\u00fcckblick auf die Zeit des Bestehens des Vereins, der am Sonntage genau sein achtj\u00e4hriges Stiftungsfest feiern k\u00f6nne.<\/p>\n<h4>Juni 1904 \u00a0(notiert)<\/h4>\n<p>Kriegerverein Kreis Osterholz &#8211; Fahnenweihe in Hambergen. u.a. Beratung, ob Mit\u00adgliedschaft von Sozialdemokraten im Kriegerverein gestattet sein soll. Es wurde beschlossen: bereits bestehende Mitgliedschaft k\u00f6nne bestehen bleiben, aber keine Neuaufnahmen von Sozialdemokraten in den Kriegerverein. Anschlie\u00dfend verschiedene Ansprachen zur Fahnenweihe. Kamerad W\u00e4bekindt brachte einen Toast auf die Frauen und Jungfrauen.<\/p>\n<h4>30. November 1904<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein veranstaltete am letzten Sonntage einen Unterhaltungs\u00adabend, der trotz des ung\u00fcnstigen Wetters und der grundlosen Wege einen guten Besuch gefunden hatte. Aus Vegesack hatten sich mehrere Kameraden eingefunden, die eine freundliche Aufnahme fanden. Das Programm hatte eine reiche F\u00fclle an lebenden Bildern, ernsten und scherzhaften Theaterst\u00fccken, reizenden Kost\u00fcmduetten und erheiternden Deklamationen, da\u00df den Besuchern die Zeit wie im Fluge dahin ging. Zwischendurch wurde gemeinschaftlich ein Lied gesungen, und einige Mitglieder der Bremer Milit\u00e4rkapelle lieferten eine angenehme Unterhaltungsmusik. Alle d\u00fcrften an dem Abend, dem zum Schlu\u00df auch ein T\u00e4nzchen nicht fehlte, volle Befriedigung gefunden haben, nicht zum wenigsten die Mitwirkenden, die ihrer Sache sicher waren, sich ihrer in durchweg guter Weise entledigten und infolge dessen lebhaften Beifall ernteten.<\/p>\n<p>Unter den theatralischen Gaben ist besonders erw\u00e4hnenswert das Festspiel &#8222;Kriegerwaisen&#8220;, das den Vorsitzer des festgebenden Vereins, Kamerad Lehrer W\u00e4be\u00adkindt zum Verfasser hat. Der Inhalt ist kurz folgender: Zwei Waisenkinder wandern notd\u00fcrftig gekleidet und hungernd durch die Winterk\u00e4lte. Ermattet setzen sie sich auf eine am Weg stehende Bank. Im Schlafe umschweben sie Engel, die einen tr\u00f6stenden Gesang singen und ihnen in der Ferne das Kriegerwaisenhaus Gl\u00fccksburg erscheinen lassen. Nachdem die Engel wieder entschwunden sind, erwachen die Kinder. Ein Kamerad, dem ein Engel den Weg gewiesen, findet sie und bringt sie in das Waisenhaus. Der Inhalt des St\u00fcckes und die gebundene Form der Rede, vor allem auch der melodramatische Teil w\u00e4hrend der Engelerscheinung &#8211; Musik und Gesang sind von Herrn Lehrer Mehrtens-Blumenthal &#8211; verfehlen ihre packende Wirkung nicht. Die Auff\u00fchrung bietet keine Schwierigkeiten, vorausgesetzt, da\u00df eine Anzahl junger M\u00e4dchen mit Singstimme sich in den Dienst des Vereins stellt. Das St\u00fcck d\u00fcrfte allen Kriegerverei\u00adnen und Fechtschulen, falls der Verfasser es im Druck erscheinen lassen wollte, zur Auff\u00fchrung empfohlen werden.\u00a0\u00a0 Lg.<\/p>\n<h4>13. Dezember 1904\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Versammlung des Kriegervereins. Um unserer Friedenseiche eine neue Einfriedigung geben zu k\u00f6nnen, hat sich der Gemeindeausschu\u00df bereit erkl\u00e4rt, dem Kriegerverein zu den Kosten 50 Mark zu \u00fcberweisen. Sobald nun die neue Stra\u00dfe fertig ist, wird der Friedenseiche dieser neue Schmuck umgelegt.<\/p>\n<h4>11. Januar 1905\u00a0 Generalversammlung des Kriegervereins.<\/h4>\n<h4>22. Januar 1905\u00a0 Kaiser-Geburtstagsfeier am 29.1. im Vereinslokal mit Programm.<\/h4>\n<h4>15. M\u00e4rz 1905<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag eine gut besuchte Versammlung ab. Nach der Er\u00f6ffnung derselben durch ein Kaiserhoch erhoben sich die Anwesenden zu Ehren des k\u00fcrzlich verstorbenen Kameraden Joh. Reitemeyer von ihren Pl\u00e4tzen. Die in der Januar-Versammlung vorgelegte Jahresrechnung war von den Revisoren gepr\u00fcft und in bester Ordnung befunden, so da\u00df dem Kassenf\u00fchrer, Kam. J. D. Plump, Entla\u00adstung erteilt und ihm der Dank der Versammlung ausgesprochen werden konnte. \u00dcber den sch\u00f6nen Verlauf der Geburtstagsfeier des Kaisers gab der Obmann des Festaus\u00adschusses ausf\u00fchrlichen Bericht. Namens des Vereins dankte Kam. Vorsitzer dem Festausschusse f\u00fcr seine m\u00fchevolle, aber von Erfolg gekr\u00f6nte T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Als neue Mitglieder wurden aufgenommen die Kameraden Wilh. Pohlmeyer, J\u00fcrgen Menke, Hugo W\u00e4chter, Heinrich Grote, Georg Klingemann, Otto Eickhoff, Ludwig Ahrens; eingef\u00fchrt wurde Kam. Aug. Schnaars; vorschlagen lie\u00df sich ein Kamerad. Zu Vertretern f\u00fcr den Abgeordnetentag des Kreiskriegerverbandes wurde Kamerad J. D. Plump wieder &#8211; und der bisherige Ersatzmann Joh. Luer\u00dfen neugew\u00e4hlt; zum Ersatz\u00admann w\u00e4hlte die Versammlung den Kam. Georg Evers.<\/p>\n<p>Kamerad Vorsitzer ersuchte die Mitglieder, da eigentlich nur immer dieselben Kamera\u00adden an den Versammlungen und Festlichkeiten teilnehmen, darauf hinzuwirken; da\u00df auch die s\u00e4umigen Besucher unserer Zusammenk\u00fcnfte sich etwa mehr zeigen m\u00f6ch\u00adten.<\/p>\n<p>Eine Einladung zu einem am 27. M\u00e4rz stattfindenden Abschiedskommers zu Ehren des zum 1. April aus dem Amte scheidenden Herrn Hauptlehrers Allermann wurde gern angenommen und eine Anzahl von Kameraden wird ihr Folge leisten. Die n\u00e4chste Vereinsversammlung findet statt am Sonntag, dem 7. Mai. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Gesange des Liedes Deutschland, Deutschland \u00fcber alles wurde die Sitzung geschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>31. August 1905<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Tag von Sedan r\u00fcckt n\u00e4her, und da r\u00fcstet wie alle gleich gesinnten Vereine sich auch unser Kriegerverein wieder, dieses Tages in angemessener Weise durch eine Feier zu gedenken. Es wird beabsichtigt, die Sedanfeier im Vereinslokale bei Herrn Gastwirt H. Schr\u00f6der am Sonntag, dem 3. September durch Festrede, Auf\u00adf\u00fchrungen und Ball festlich zu begehen. Der Festausschu\u00df, der schon so manches sch\u00f6ne Fest vorbereitet und zu Ende gef\u00fchrt hat, wird auch bei dieser Gelegenheit sei\u00adne bew\u00e4hrten Kr\u00e4fte in den Dienst der Unterhaltung stellen. An Auff\u00fchrungen werden z.B. geboten &#8222;Die beiden Herren Leutnants&#8220;, Schwank in 1 Aufzuge von Joh. Ludwig Weber; &#8222;Kasernenschw\u00e4nke&#8220;, Posse in 1 Aufzuge von Alfred Schmasow. Die humori\u00adstische Duoscene &#8222;Christoph Eike vor Gericht&#8220; und einige Duette vervollst\u00e4ndigen das Programm. So wird auch diese Sedanfeier sich voraussichtlich ihren Vorg\u00e4ngerinnen w\u00fcrdig anreihen.<\/p>\n<h4>6. Januar 1907\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Die Unterst\u00fctzungst\u00e4tigkeit der Kriegervereine. Erhebung \u00fcber Verm\u00f6gen und Unter\u00adst\u00fctzungst\u00e4tigkeit f\u00fcr alle dem Kyffh\u00e4userbund der Deutschen Landeskriegerverb\u00e4nde angeschlossenen Verb\u00e4nde und Vereine alle 5 Jahre. Gesamtverm\u00f6gen 1906, an Kapital, Grundbesitz und Inventar 9.735.313 Mark bei den Dachverb\u00e4nden. Bei den angeschlossenen Vereinen 33.096.591 Mark. Unterst\u00fctzungst\u00e4tigkeit: Wohlfahrts-pflege &#8211; Unterst\u00fctzung aller Art &#8211; Sterbegelder &#8211; Begr\u00e4bniskosten.<\/p>\n<h4>16. Januar 1907\u00a0 (Auszug)<\/h4>\n<p>&#8230; Es wurde nun eine Kommission gew\u00e4hlt, die der n\u00e4chsten Versammlung mit Zeich\u00adnungen, Kostenanschl\u00e4ge f\u00fcr eine neue Einfriedigung unserer Friedenseiche vorlegen soll. Es ist schon lange der Wunsch des Vereins gewesen, die jetzige Einfriedigung durch eine neue und w\u00fcrdigere zu ersetzen. Und da nun unser Ort die sch\u00f6ne breite Stra\u00dfe bekommt, kommt auch der Kriegerverein der Verwirklichung seines Planes n\u00e4her. In anerkennenswerter Weise haben einige Dorfkinder, denen es in New York gut geht, dem Verein eine Spende zur Verf\u00fcgung gestellt, die von dem Gemeindeaus\u00adschusse um 50 Mark erh\u00f6ht wurde. Der Verein nimmt die Stiftungen mit bestem Dank an und will durch freiwillige Beitr\u00e4ge von seinen Mitgliedern ein Kapital zusammen\u00adbringen, das es erm\u00f6glicht, der Friedenseiche eine wirklich sch\u00f6ne Einfriedigung zu geben, die der h\u00fcbschen Eiche und dem Orte zur Zierde gereichen soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>19. Februar 1907\u00a0 Abdruck eines Vortrages von Lehrer W\u00e4bekindt-Ritterhude, im Logenhaus zu Vegesack. Thema: Nieders\u00e4chsische Dichter und Dichtungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>15. Mai 1907\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Versammlung. Der Verein wird an der Bannerweihe des Radfahrervereins &#8222;Wanderlust&#8220; am 11.8. teilnehmen. Herr Friedrich Evers und Joh. Wellbrock in New York haben dem Verein 38 Mark f\u00fcr die Einfriedigung der Friedenseiche zugestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>16. Oktober 1907<\/h4>\n<p>Versammlung. Die Kameraden Handwerker legten Skizzen vor f\u00fcr die neue Einfriedi\u00adgung der Friedenseiche. S\u00e4mtliche Zeichnungen fanden den Beifall der Kameraden und da doch nur eine zur Ausf\u00fchrung kommen kann, so mu\u00dfte man sich durch Aus\u00adgabe von Nummern f\u00fcr eine entscheiden. Von dieser soll einer Kommission in K\u00fcrze eine Baubeschreibung und spezifizierter Kostenvoranschlag vorgelegt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>15. Januar 1908\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Generalversammlung. 55 Teilnehmer, 81 Mitglieder. Im Berichtsjahr 6 Versammlungen mit durchschnittlich 40 Teilnehmern. 9 Kameraden vers\u00e4umten keine einzige Sitzung. S\u00e4mtliche Sitzungen der letzten 3 Jahre besuchten 3 Kameraden. Der Besuch der Versammlungen ist also gut zu nennen, wenn einigen Mitgliedern auch etwas mehr Trieb zu w\u00fcnschen w\u00e4re. F\u00fcr den Vorstand durchweg Wiederwahl: 1. Vorsitzender Friedrich W\u00e4bekindt, 2. Vorsitzender Georg Evers, Schriftf\u00fchrer Hinrich Schr\u00f6der, Stellvertreter Johann L\u00fcer\u00dfen, Kassenf\u00fchrer J. D. Plump, Stellvertreter Friedrich Gar\u00adfes, Inventarverwalter Martin Schnaars, Bibliothekar Christian Schwarze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>8. M\u00e4rz 1908\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Versammlung. Die Vorarbeiten zur Beschaffung einer neuen Einfriedigung der Frie\u00addenseiche sind von der Kommission, die in dieser Versammlung Bericht erstattete, soweit erledigt, da\u00df die Vergebung der Arbeiten vorgenommen werden kann. Die Ein\u00adweihung soll voraussichtlich 14 Tage nach Pfingsten, also Sonntag 21. Juni stattfinden. Der bei dem Vertretertage des Kreiskriegerverbandes Osterholz gestellte Antrag um einmalige Beihilfe zu diesem Bau soll zur\u00fcckgezogen werden. Eine zum Zeichnen freiwilliger Beitr\u00e4ge im Versammlungslokal aufgelegte Liste zur Bestreitung der Kosten deckte sich in kurzer Zeit mit der Stiftung von etwa 80 Mark.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>5. September 1908<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hat die zur Erinnerung an die ruhmvollen Jahre 1870\/71 gepflanzte Friedenseiche mit einer h\u00fcbschen und dauerhaften Einfriedigung versehen lassen, wozu die Kosten in H\u00f6he von reichlich 500 Mark durch freiwillige Spenden der Mitglieder und eine Ehrengabe der Gemeinde aufgebracht sind. Der an der Hauptstra\u00ad\u00dfe stehende pr\u00e4chtig gewachsene Baum, unzweifelhaft der sch\u00f6nste in der ganzen weiten Umgebung, ist etwa in der Mitte der 70er Jahre von dem derzeitigen Krieger\u00adverein gepflanzt worden.<\/p>\n<p>Die nach einem Entwurfe des Herrn Zimmermeisters Joh. Luer\u00dfen aufgef\u00fchrte Ein\u00adfriedigung macht in ihrer sechseckigen massiven Form einen vorz\u00fcglichen Eindruck. Das Fundament, im Stile des Zyklopenbaues gearbeitet, wurde von Herrn Maurermei\u00adster Schreiber hergestellt. Die aus Obernkirchener Sandstein bestehenden 6 kr\u00e4ftigen S\u00e4ulen stammen aus der Steinhauerei des Herrn Pickel in Vegesack. Das eiserne Git\u00adter lieferte Herr Schmiedemeister Georg Heilshorn. Der gro\u00dfe Findling, der bei der alten Einfriedigung seinen Platz hart an der Hauptstra\u00dfe behauptete, wird in entgegen\u00adgesetzter Richtung der Eiche aufgestellt und mit einer von dem Vereinsmitgliede Herrn Rittmeister v. Marschalck gestifteten eisernen Plakette versehen. So ist denn das Stre\u00adben des Kriegervereins nach einer w\u00fcrdigen Einfriedigung der Friedenseiche von Erfolg begleitet. M\u00f6gen nun auch die W\u00fcnsche, mit denen die Stifter ihre Gaben bereitwilligst zeichneten, in Erf\u00fcllung gehen: M\u00f6ge die in der Einfriedigung stehende Eiche sich kr\u00e4ftig weiter entwickeln und sp\u00e4tere Geschlechter mahnen, in Treue fest gleich den Vorfahren zu Kaiser und Reich zu stehen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>9. September 1908<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die Sedanfeier des Kriegervereins hatte in diesem Jahre eine besondere Weihe dadurch erhalten, da\u00df der Verein die neue Einfriedigung um die Friedenseiche ihrer Bestimmung \u00fcbergeben konnte. Als am Sonntag eben die Dunkelheit sich herab\u00adzusenken begann, marschierte der Verein unter vorantritt der Kriegerkapelle in einem Fackelzuge nach der Friedenseiche, deren neue Einfriedigung mit einem Eichenkranze umgeben war. Dort hielt der Vereinsvorsitzende, Herr Lehrer W\u00e4bekindt, nach einem Hoch auf den Kaiser an die Mitglieder des Vereins und ein zahlreiches Publikum eine Ansprache.<\/p>\n<p>In der Pflege der Ideale und in der Kultur soll unsere Aufgabe bestehen ohne Unduld\u00adsamkeit gegen andere. Nur unsere Gesinnung macht uns zu Deutschen. Die Fr\u00fcchte einer nationalen Gesinnung zeigten sich auch in den Kriegen. Zur Erinnerung an die Erfolge der letzten dieser ruhmvollen Tage ist die Eiche gepflanzt. Nur ein B\u00e4umchen war diese vor Jahren gepflanzte Eiche, die sich zu einem kr\u00e4ftigen Stamm mit einer weitverzweigten Krone entwickelte. Manchem Sturme hat dieser Baum im Laufe der Jahre schon Trotz geboten, und manches Unwetter wird er noch zu \u00fcberstehen haben. Auch in unserm Vaterlande war nach den denkw\u00fcrdigen Tagen von 1870\/71 nicht gleich alles gro\u00df und herrlich. Die ersehnte Einigkeit war zwar geschaffen, aber es gab noch viel zu tun zur Entwicklung und Erstarkung, und noch vieles ist zu weiterer F\u00f6rde\u00adrung und St\u00e4rkung der Zukunft vorbehalten. Wenn unser Volk sich aber aufrafft und nach au\u00dfen und innen zusammenh\u00e4lt, und sich einig ist in dem Streben nach Gr\u00f6\u00dfe und dem Ruhme des Vaterlandes, dann kann sich dieses immer mehr auswachsen und immer mehr erstarken zu neuer Gr\u00f6\u00dfe und neuer Macht. Ein Hoch auf das deut\u00adsche Vaterland beschlo\u00df die Ansprache. Nach dem Gesange des Liedes &#8222;Deutschland, Deutschland \u00fcber alles&#8220; ging es in flottem Marsche zur\u00fcck nach dem Vereinslokale.<\/p>\n<p>Als die Fackeln verloschen waren, begann im Saale die Fortsetzung der w\u00fcrdevoll begangenen Feier. Der Vorsitzende gedachte in l\u00e4ngerer Ansprache der Veteranen, de\u00adnen das Hoch der vielen Festteilnehmer galt. Die h\u00fcbschen Auff\u00fchrungen fanden den wohlverdienten Beifall aller Anwesenden, da die Darsteller sich s\u00e4mtlich ihrer Aufga\u00adben mit gro\u00dfem Geschick entledigten. Die Kriegerkapelle erntete f\u00fcr ihre Konzertmusik gleichfalls regen Beifall. Die Sammlung f\u00fcr die Waisen deutscher Krieger ergab den Betrag von 18,17 Mk. Ein fr\u00f6hlicher Ball hielt die Teilnehmer im vollbesetzten Saale in gem\u00fctlichster Stimmung noch lange beisammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>13. Januar 1909\u00a0 Auszug<\/h4>\n<p>Generalversammlung. Der Verein hat 89 Mitglieder.\u00a0 &#8222;Von besonderer Bedeutung ist das Jahr 1908 f\u00fcr uns, als es uns m\u00f6glich war, durch die anerkennenswerte Opfer\u00adfreudigkeit aller Mitglieder den sehnlichen Wunsch zur Ausf\u00fchrung zu bringen, unsere pr\u00e4chtige Friedenseiche mit einer w\u00fcrdigen Einfriedigung zu umgeben. Auch f\u00fcr die deutschen Kriegerwaisen und die Zeppelinspende gaben unsere Kameraden ihr Scher\u00adflein. Infolge ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Waisen deutscher Krieger wurden zur Bezirksfecht\u00admeisterin bzw. Bezirksfechtmeister bef\u00f6rdert: Frau K. W\u00e4bekindt, Frl. Juli K\u00f6hn, Kamerad Martin Steil.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>24. Januar 1909<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die Feier des Geburtstages des Kaisers im Kriegerverein findet Sonntag, den 31. d.Mts. im Saale des Herrn Hinrich Schr\u00f6der statt. Das Programm besteht aus folgenden Nummern: Prolog, Festrede, lebende Bilder (Wehrstand, N\u00e4hrstand und Lehrstand bringen dem Kaiser ihre Huldigung dar); &#8222;Durch des Kaisers Ehrenkleid&#8220;, pa\u00adtriotisches Lebensbild in 2 Akten von Paul M. Lehnhardt; &#8222;Reserve hat Ruh!&#8220;, milit\u00e4risches Potpourri f\u00fcr 1 Singstimme von Wilh. Wolf; &#8222;Ali oder die Reichstagswahl&#8220;, Schwank in einem Akt von Moritz Sch\u00e4fer; &#8222;Die L\u00f6sung der Finanzreform&#8220;, Original-Couplet von Otto Reuter. Die Rollen sind in guten H\u00e4nden, und die Proben lassen den Schlu\u00df auf einen vorz\u00fcglichen Abend zu. Die Konzert- und Ballmusik wird von der Kriegerkapelle ausgef\u00fchrt. Die Mitglieder und deren Angeh\u00f6rige, sowie alle Freunde des Vereins die an dieser Feier teilzunehmen gedenken, tun gut, rechtzeitig zu erscheinen, da p\u00fcnktlich um 8 Uhr begonnen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>10. Oktober 1909<\/h4>\n<p>Vortrag von Pastor Degener &#8222;Wanderung \u00fcber die Schlachtfelder von 1870\/71&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>12. Januar 1910<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag seine 1. diesj\u00e4hrige Generalversa\u00admmlung ab, die so zahlreich besucht war wie kaum eine Versammlung zuvor. Kam. Vorsitzer er\u00f6ffnete die Versammlung mit einem Hoch auf Sr. Majest\u00e4t. Aus dem aus\u00adf\u00fchrlichen Jahresbericht sei erw\u00e4hnt:<\/p>\n<p>Der Verein trat in das neue Jahr mit 94 Mitgliedern. Im abgelaufenen Jahr gingen durch Tod, Verzug, Austritt und Ausschlu\u00df 7 Mitglieder ab; aufgenommen wurden dagegen 13 Mitglieder. Unter dem Mitgliederbestande befinden sich 6 Veteranen, 2 Offiziere und 2 Ehrenmitglieder. An Versammlungen fanden statt 2 Generalversammlungen und 4 ordentliche Sitzungen, die im Durchschnitt von 37 Kameraden besucht waren. 7 Kameraden fehlten in keiner Versammlung, einige hatten in den letzten 5 Jahren auch nicht eine einzige Versammlung gefehlt. Dagegen wurden auch einige Mitglieder namhaft gemacht, die es nicht f\u00fcr n\u00f6tig hielten, auch nur eine Versammlung zu besu\u00adchen.<\/p>\n<p>Die Festlichkeiten im Verein fanden rege Beteiligung und verliefen zur Befriedigung. Ausw\u00e4rts trat der Verein gelegentlich der Fahnenweihe in Wallh\u00f6fen auf. Au\u00dferdem folgte er einer Einladung zur Bannerweihe des hiesigen Radfahrervereins &#8222;All Heil&#8220;. Durch Delegierte waren wir vertreten auf den Vertretertagen des Kreiskriegerverbandes in Wallh\u00f6fen und Osterholz-Scharmbeck. An Unterst\u00fctzungen wurden 80 Mk. ausge\u00adgeben. F\u00fcr die Waisen deutscher Krieger wurden 152,12 Mk. erfochten und abgeliefert. Infolge ihrer Fechtarbeit wurden die Damen Frl. Meta Luer\u00dfen, Frl. Tine Topp, Frl. Anna Torsch, Frl. Dora Schr\u00f6der zu Fechtmeisterinnen, Herr Kam. Martin Schnaars zum Fechtmeister ernannt. Der Leiter der hiesigen Fechtschule, Herr Kam. W\u00e4bekindt, wurde zum Landesfechtmeister bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Zum Andenken an den verstorbenen Kam. Veteran J. H\u00fcnecken erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen. Nach dem Kassenbericht durch den Kassenf\u00fchrer Kam. J.D. Plump schlie\u00dft die Abrechnung mit einem Defizit von 24,28 Mk. ab, da einer Ein\u00adnahme von 510,85 Mk. eine Ausgabe von 535,13 Mk. gegen\u00fcbersteht. Jedoch stehen noch reichlich 100 Mk. bei Restanten drau\u00dfen. Der Vorstand wurde in seiner Gesamt\u00adheit wiedergew\u00e4hlt: Friedrich W\u00e4bekindt, 1. Vors.; G. Evers, Stellvertr.; Hinrich Schr\u00f6\u00adder, Schriftf\u00fchrer; Joh. Luer\u00dfen, Stellvertr.; J. D. Plump, Kassenf\u00fchrer; Fr. Garfes, Stellvertr.; M. Schnaars, Inventarverwalter; Chr. Schwarze, Bibliothekar; auch die Kam. Rechnungspr\u00fcfer D. Gerdes, Fr. Lange, B. Ficken wurden als solche wiedergew\u00e4hlt. Gleichfalls erfolgte Wiederwahl der Kameraden D. Gerdes zum Fahnentr\u00e4ger; F. Hor\u00adstmann zum Ersatzmann; Cl. Bischoff und Joh. Plump I. zu Fahnenbegleitern, Joh. Luer\u00dfen und J.D. Plump zu Vertretern. Ihre Ersatzleute sind die Kam. Martin Schnaars und Georg Evers. In den verst\u00e4rkten Festausschu\u00df w\u00e4hlte die Versammlung die Kam. G. T. Rehbein, Fr. Scheper, L. Wissel, H. Plump, Fritz Schierbaum, E. Block I. Ph. Rosebrock, D. Klindworth; Joh. Bischoff, E Block II.<\/p>\n<p>An Festlichkeiten f\u00fcr das laufende Jahr wurden angesetzt: die Feier des Geburtstages des Kaisers am 30. Januar durch Konzert\u00a0 und Ball; die Sedanfeier durch Auff\u00fchrungen und Ball am 4. September; ein Unterhaltungsabend am 3. Dezember. Zur Aufnahme wurde 1 Kamerad vorgeschlagen. Eingef\u00fchrt wurden die Kam. Joh. Scheper und Wilh. Deers. Gem\u00e4\u00df den Beschl\u00fcssen des Abgeordnetentages des Preu\u00df. Lan\u00addeskriegerverbandes in Eisenach wird den Vereinssatzungen ein Nachtrag resp. eine Erg\u00e4nzung nach dem Vorschlage des Vertretertages im Kreiskriegerverbande nachge\u00adf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die M\u00e4rzversammlung f\u00e4llt aus; daf\u00fcr wird aber ein Vortragsabend eingeschoben, an welchem eine t\u00fcchtige Vortragskraft am 13. M\u00e4rz einen instruktiven Vortrag \u00fcber die Errungenschaften auf dem Gebiete der Elektrizit\u00e4t, insbesondere die Funker-Telegrafie und ihre Verwendung in Herr und Marine, halten wird. Kam. Vorsitzer empfiehlt im wei\u00adteren Verlaufe der Verhandlungen das Lesen der &#8222;Parole&#8220;, des &#8222;Jahrbuchs-&#8220; ect. und bringt die Lotterie des Preu\u00df. Landesverbandes, die Vereins- und Provinzial-Bibliothek in Erinnerung. Nach dem Verlesen der eingegangenen Briefe, der Hebung der Beitr\u00e4ge ect. wurde die Versammlung mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland geschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>11. Januar 1911\u00a0 Auszug<\/h4>\n<p>Der Kriegerverein hielt am Sonntag im Saale des Herrn Schr\u00f6der seine erste diesj\u00e4hri\u00adge Generalversammlung ab, die vom Kam. Vorsitzer mit einem Hoch auf den Kaiser er\u00f6ffnet wurde. Das Andenken des verstorbenen Ehrenmitgliedes, des Kam. Veteranen J. F. Schilling, wurde durch Erheben von den Pl\u00e4tzen geehrt. Aus dem Jahresbericht sei erw\u00e4hnt, da\u00df der Verein zur Zeit 92 Mitglieder z\u00e4hlt. An Versammlungen wurden 2 Generalversammlungen und 4 ordentliche Sitzungen abgehalten. Au\u00dferdem fanden mehrere Vorstands- und Festausschu\u00dfsitzungen statt. Die Vereinsversammlungen wurden im Jahre 1910 durchschnittlich von 37 Kameraden besucht. An Festlichkeiten wurden veranstaltet: Die Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t, die Sedanfeier und ein Unterhaltungsabend.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde hier der Fechtertag der Meisterschaftsfechtschule &#8222;Waterkant&#8220; abge\u00adhalten. Durch Delegierte war der Verein auf dem Vertretertag des Kreiskriegerverban\u00addes Osterholz in Lilienthal vertreten. Mehrere Kameraden nahmen an der Veteranen\u00adfeier in Bremen teil. Ferner folgte der Verein der Einladung der Sanit\u00e4tskolonne Gram\u00adbke zu einer \u00dcbung im Verbinden und Transportieren auf dem Ruschkampe. F\u00fcr die Waisen deutscher Krieger brachte die Fechtschule Ritterhude im Jahre 1910 in Summa 140,47 Mk. zur Ablieferung. Die vom Kam. Kassenf\u00fchrer J.D. Plump vorgelegte Jahresrechnung war durch die Revisoren gepr\u00fcft und in Ordnung befunden. In den Vorstand wurden s\u00e4mtliche Kameraden durch Zuruf wiedergew\u00e4hlt. Bis auf den 1. Schriftf\u00fchrer, der seinen Schwager G. Wellbrock beim Verzuge nach Hannover abl\u00f6ste, sind die Vorstandsmitglieder seit Gr\u00fcndung des Vereins 1995 in ihren \u00c4mtern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>29. August 1911\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Ritterhude. Sedanstag in den Schulen. Nach einer Regierungsanordnung sollen die Feiern beibehalten werden, \u00fcberall soll die Schule ausfallen und entsprechende Schulfeiern veranstaltet werden.<\/p>\n<h4>9. Januar 1912\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>1. Generalversammlung des Jahres. Zur Einleitung ein Hoch auf den Kaiser. Die Kameraden Veteranen wollen sich bei der Friedenseiche fotografieren lassen. An Festen werden beschlossen: 28.01. Kaisers Geburtstag; 08.09. Sedanfeier; 01.12. Bunter Abend.<\/p>\n<h4>18. Januar 1912\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Zur Kaiser-Geburtstagsfeier spielt die Kapelle des Regiments &#8222;Bremen&#8220; u. a. &#8222;Hoch K\u00f6nig Friederich&#8220;. Es folgt ein Festspiel: &#8222;Soldatenliebe im Schilderhause&#8220;.<\/p>\n<h4>Mai 1912<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag in seinem Vereinslokale seine Maiver\u00adsammlung ab, die vom Kam. Vorsitzer mit einem Hoch auf den Kaiser er\u00f6ffnet wurde. Aufgenommen wurde ein Kamerad, eingef\u00fchrt wurden zwei neue Mitglieder. Die Ver\u00adsammlung beschlo\u00df, an der Fahnenweihe des Kriegervereins Steden und Umgebung am 9. Juni teilzunehmen. Durch ein Zirkular sollen die nicht in der Versammlung an\u00adwesend gewesenen Kameraden aufgefordert werden, an der Fahrt teilzunehmen. Ob der Verein mit der Bahn bis L\u00fcbberstedt f\u00e4hrt, oder ob der ganze Weg auf Wagen zu\u00adr\u00fcckgelegt werden soll, soll ebenfalls durch das Zirkular zur Abstimmung kommen. Ferner wurde beschlossen, an dem Feste des hiesigen Gesangvereins &#8222;Harmonie&#8220;, der vor 25 Jahren gegr\u00fcndet wurde, am 16. Juni teilzunehmen. An einem vom Vorstande zu bestimmenden Sonntage sollen die Kam. Veteranen bei der Friedenseiche fotogra\u00adfiert werden. Der in Aussicht genommene Vortrag mu\u00dfte wegen dienstlicher Verhinde\u00adrung des Vortragenden abgesetzt werden.<\/p>\n<h4>15. Januar 1913<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt am Sonntag in seinem Vereinslokale seine erste diesj\u00e4hrige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Kam. W\u00e4bekindt, er\u00f6ffnete sie nach einem R\u00fcckblick auf die Zeit vor 100 Jahren und im Ausblick auf das 25j\u00e4hrige Regierungsjubil\u00e4um unseres Kaisers mit einem Hoch auf Se. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Aus dem Jahresberichte sei erw\u00e4hnt, da\u00df der Verein im Jahre 1912 die Kameraden Chr. Ludw. Harjes und Joh. Stelljes durch den Tod verloren hat. Dem Verein geh\u00f6ren an (einschl. 7 Veteranen, 2 Offizieren, 9 Ehrenmitgliedern) 93 Mitglieder. Von den Gr\u00fcndern des Vereins geh\u00f6ren ihm noch 16 Kameraden an, 2 sind verzogen, 5 gestor\u00adben, 2 ausgetreten. Der Besuch an den 6 Vereinssitzungen war im Durchschnitt gut. Die Gesamtbesucherzahl war 222. Im Durchschnitt wurden die Versammlungen des Vorjahres von 37 (1911: 37, 1910: 37, 1090: 37) besucht. 1908 waren es 38, 1907 sogar 40 Besucher im Durchschnitt, w\u00e4hrend 1906, 1905, 1904, 1903 auch einen Durchschnittsbesuch von 37 Mitgliedern hatten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Waisen deutscher Krieger wurden 90,04 Mk. abgeliefert. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: wiedergew\u00e4hlt wurden die Kameraden: 2. Vorsitzender G. Evers, 1. Schriftf\u00fchrer H. Schr\u00f6der, 2 Schriftf\u00fchrer Joh. Luer\u00dfen, 1. Kassenf\u00fchrer J.D. Plump, 2. Kassenf. Fr. Garfes, Inventarverwalter M. Schnaars, Bibliothekar Chr. Schwarze, Rechnungspr\u00fcfer B. Ficken, Diedr. Gerdes, Fr. Lange, Fahnentr\u00e4ger D. Plump, Stell\u00advertreter D. Evers, Begleiter Chr. Bischoff und Cl. Bischoff, Ersatzmann F. Luer\u00dfen. Zum Festausschu\u00df werden ernannt die Kameraden: Lange, Schwarze, W\u00e4bekindt, L. Wissel, E. Block II., D. Klindworth, M. Schnaars.<\/p>\n<p>An Festlichkeiten sind vorgesehen: Kaisers Geburtstag (26.Jan.), Sedan (7.Sept.), Unterhaltungsabend (7.Dez.) Eingef\u00fchrt wurden die Kameraden N. Niestedt und L. Meyer. Vorgeschlagen wurde ein Kamerad. Beschlossen wurde, da\u00df die Mitglieder beim Fehlen einer Versammlung vorher dem Vorstande schriftlich Nachricht mit Angabe des Grundes zu machen haben. Sollte die Entschuldigung erst sp\u00e4ter beizubringen sein, so entscheidet die n\u00e4chste Versammlung \u00fcber die G\u00fcltigkeit. Die n\u00e4chste Sitzung findet statt am 9. M\u00e4rz nach. 4 Uhr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>22. Januar 1913\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Kriegerverein feiert Kaisers Geburtstag und Jahrhundertfeier der Erhebung Preu\u00dfens am 26.02. bei Schr\u00f6der. Festrede h\u00e4lt Kamerad Pastor Degener. Festspiel &#8222;F\u00fcrs Vater\u00adland&#8220; und ein Duett &#8222;Eine lustige Rodelfahrt&#8220;. Der Schwank &#8222;Der Bauer im falschen Bett&#8220; wird an die Lachmuskeln der Zuschauer starke Anforderungen stellen, ebenso &#8222;Landsleute vom Kongo&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>29. Januar 1913\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Kaisers Geburtstag wurde w\u00fcrdig gefeiert. In den Schulen Festakte, die \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude geflaggt. Veranstaltung des Kriegervereins war gut besucht. Festessen bei Schr\u00f6der.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>7. M\u00e4rz 1913\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Kriegerverein begeht die 100 Jahrfeier (siehe 22.01.) am 9. M\u00e4rz. Erst Kirchgang mit Fahne. Um 9 1\/2 Uhr Treffen beim Vereinslokal, Orden und Ehrenzeichen sind anzule\u00adgen. Abends bei Schr\u00f6der (vormals Wellbrock) Festkommers mit Vortrag, Liedern und Schauturnen von der Musterriege von &#8222;Frisch auf&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>14. August 1913\u00a0 (notiert)<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der hiesige Kriegerverein hielt am Sonntag in seinem Vereinslokale seine 2. diesj\u00e4hrige Generalversammlung ab, die vom Kam. Vorsitzer mit einem Hoch auf Se. Majest\u00e4t er\u00f6ffnet wurde. Auf der Tagesordnung ein Bericht \u00fcber den Vertretertag des Kreisvereins Osterholz in Heudorf, mit Fahnenweihe des dortigen Vereins. Beschlossen wurde die Feier des Sedanfestes in gewohnter Weise mit Auff\u00fchrungen und Ball. Musik durch die Kriegerkapelle. Au\u00dferdem Preisschie\u00dfen. Vorgeschlagen wurde eine gemeinsame Feier mit anderen Vereinen zur Hundertjahrfeier der V\u00f6lkerschlacht. Die Sitzung wurde mit einem Hoch auf das Vaterland geschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>3. September 1913<\/h4>\n<p>Ritterhude. Die Sedanfeier des hiesigen Kriegervereins wird Sonntag, den 7. d.M. im Schr\u00f6der&#8217;schen Gasthause in gewohnter Weise durch Auff\u00fchrungen und Ball abgehal\u00adten. Von den Auff\u00fchrungen, die flei\u00dfig ge\u00fcbt werden, seien erw\u00e4hnt, das an die gro\u00dfe Zeit vor 100 Jahren erinnernde Volksst\u00fcck &#8222;Frisch auf mein Volk&#8220; und &#8222;Gute Kamera\u00adden&#8220;. Nachmittags und abends wird auch ein Preisschie\u00dfen stattfinden, an dem Freunde des Vereins gern teilnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>7. Januar 1914\u00a0 (Auszug)<\/h4>\n<p>Ritterhude. Der Kriegerverein hielt seine Generalversammlung ab. Vorsitzer W\u00e4bekindt gab den Jahresbericht.<\/p>\n<p>&#8230; Die Festlichkeiten verliefen zur Zufriedenheit der Teilnehmer. Die Feier des Sedantages gewann dadurch noch an Bedeutung, als es verg\u00f6nnt war, die alte Fahne des ehemaligen Kriegervereins durch Kauf zu erwerben.<\/p>\n<p>Ausw\u00e4rts war der Verein vertreten auf der Fahnenweihe des Kriegervereins in Heudorf. Die Abgeordneten vertraten ihn ebenfalls auf der Vertreterversammlung in Grasberg. F\u00fcr die Waisen deutscher Krieger wurden erfochten 45,28 Mk. Von dem Kassenf\u00fchrer J.D. Plump wurde der Kassenbericht verlesen, der eine Einnahme von 441,25 Mk. bei einer Ausgabe von 326,30 Mk. aufweist. Die Kasse wurde in Ordnung befunden und Kamerad Kassenf\u00fchrer entlastet.<\/p>\n<p>Nun legte der Vorstand seine \u00c4mter in die Hand der Versammlung zur\u00fcck. An Stelle des bisherigen 1. Vorsitzenden wurde Kamerad Hauptlehrer Schwarze gew\u00e4hlt. An Festlichkeiten f\u00fcr 1914 wurden, nachdem die \u00fcbrigen Wahlen stattgefunden hatten, die Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t f\u00fcr den 25. d. Mts. und des Sedantages f\u00fcr den 6. September festgesetzt. Eingef\u00fchrt wurde Kamerad Daniel K\u00f6hler. Die n\u00e4chste Sitzung findet statt am 8. M\u00e4rz nachmittags 4 Uhr.<\/p>\n<p>Nach Erledigung der umfangreichen Tagesordnung wurde die Sitzung mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland geschlossen. Kam. Schwarze nahm nun Veranlassung, dem scheidenden bisherigen Vorsitzenden den Dank des Vereins f\u00fcr seine 18j\u00e4hrige Amtsf\u00fchrung durch ein kr\u00e4ftiges Hoch auszusprechen, das dieser mit dem Wunsche f\u00fcr ein weiteres Gedeihen des Vereins erwiderte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kriegerverein Ritterhude\u00a0 und Umgebung\u00a0im Spiegel der Presse\u00a0zur Kaiserzeit\u00a0zur Feier des 100j\u00e4hrigen Bestehens\u00a0der Kyffh\u00e4user Kameradschaft Ritterhude\u00a0am 23. 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